Die Ungleichheit in der Vermögensverteilung in Deutschland sorgt für zunehmende Besorgnis unter der Bevölkerung. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 81 Prozent der Deutschen die Verteilung des Wohlstands als ungerecht empfinden. Dies geht aus einer repräsentativen Erhebung hervor, die im April 2026 im Auftrag des WDR durchgeführt wurde. Befragt wurden 2084 Personen ab 16 Jahren aus der deutschsprachigen Bevölkerung.
Besonders stark ausgeprägt ist das Gefühl der Ungerechtigkeit in den östlichen Bundesländern, insbesondere in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sowie in der Region Berlin und Brandenburg. Hier geben jeweils 90 Prozent der Befragten an, die Verteilung des Wohlstands als ungerecht zu empfinden. Auch Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien äußern mehrheitlich Kritik an der aktuellen Verteilung.
Rückkehr zur Vermögenssteuer gefordert
Die Umfrage zeigt zudem, dass eine Mehrheit der Deutschen eine Rückkehr zur Vermögenssteuer befürwortet. 64 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Wiedereinführung dieser Steuer aus, während 29 Prozent dagegen sind. Diese Forderung findet Unterstützung bei den Wählern der Linken (88 Prozent), Grünen (87 Prozent) und SPD (84 Prozent). Auch unter den Anhängern der Union gibt es mit 62 Prozent eine Mehrheit für die Vermögenssteuer. Im Gegensatz dazu sind 52 Prozent der AfD-Anhänger gegen eine solche Steuer.
Die Vermögenssteuer wurde in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben, nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass die damalige Regelung gegen den Gleichheitsgrundsatz verstieß. Eine Reform wäre notwendig, um eine neue Vermögenssteuer einzuführen.
Spaltung innerhalb der Bundesregierung
Die schwarz-rote Bundesregierung zeigt sich beim Thema höhere Steuern für Wohlhabende gespalten. Während die SPD grundsätzlich offen für eine Vermögenssteuer ist, lehnen viele Politiker der Union diese ab. Laut dem aktuellen Reichtumsbericht der Bundesregierung besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte 54 Prozent des gesamten Nettovermögens, während die Haushalte in der unteren Hälfte lediglich etwa drei Prozent des Gesamtvermögens halten.
Erbschaftssteuer ebenfalls im Fokus
Die Umfrage ergab zudem, dass 61 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Erbschaftssteuer unterstützen. 32 Prozent sind dagegen. Auch hier zeigen sich die Wähler der Grünen (88 Prozent), Linken (85 Prozent), SPD (78 Prozent) und Union (64 Prozent) mehrheitlich offen für eine Erhöhung. Unter den AfD-Anhängern sind hingegen 62 Prozent gegen eine Erhöhung der Erbschaftssteuer, während 33 Prozent dafür sind.
Die Ergebnisse dieser Umfrage verdeutlichen die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung hinsichtlich der Vermögensverteilung in Deutschland und die Forderungen nach steuerlichen Reformen, um eine gerechtere Verteilung des Wohlstands zu erreichen.
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