Wirtschaft
BP erzielt im ersten Quartal unerwarteten Gewinn durch geopolitische Entwicklungen
28.04.2026, 10:30 Uhr
Während Autofahrer an den Tankstellen mit steigenden Preisen kämpfen, zeigt sich die Stimmung in der Zentrale des britischen Ölkonzerns BP deutlich positiver. Das Unternehmen hat im ersten Quartal beeindruckende Ergebnisse im Ölgeschäft erzielt, während die Bereiche Gas und kohlenstoffarme Energien nicht ganz den Erwartungen entsprachen.
Dank eines starken Handelsgeschäfts konnte BP zu Beginn des Jahres einen unerwartet hohen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) erzielen, verglichen mit 1,38 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich mit einem Gewinn von 2,67 Milliarden Dollar gerechnet.
Das Ergebnis wurde vor allem durch das Kunden- und Produktgeschäft sowie den Ölhandel getragen, der mit einem Vorsteuergewinn von 3,2 Milliarden Dollar die Schätzungen von 2,5 Milliarden Dollar deutlich übertraf. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Iran-Krieg und die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, haben die Öllieferungen beeinträchtigt und die Benzinpreise in die Höhe getrieben. In diesem Kontext ist es wichtig, die Energiekrise zu betrachten, die viele Länder betrifft.
Produktion und Herausforderungen
Eine erhöhte Ölproduktion im Golf von Mexiko hat dazu beigetragen, die Störungen im Nahen Osten aufgrund des Iran-Kriegs auszugleichen. BP betreibt in der Region vergleichsweise kleine Anlagen und ist daher weniger von den kriegsbedingten Produktionskürzungen betroffen als einige Wettbewerber.
Dennoch blieben die Ergebnisse in den Bereichen Gas, kohlenstoffarme Energien und Ölförderung hinter den Erwartungen zurück. Die Nettoverschuldung von BP stieg auf 25,3 Milliarden Dollar, verglichen mit über 22 Milliarden Dollar im vorherigen Quartal. In Anbetracht der aktuellen Situation wird auch die Diskussion um die globalen Militärausgaben immer relevanter.
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte die neue Konzernchefin Meg O’Neill. Sie erwartet jedoch für das laufende Jahr eine geringere Förderung aufgrund der Auswirkungen des Nahost-Konflikts. Zudem werden die Kraftstoffmargen voraussichtlich weiterhin stark von den Lieferkosten und der geopolitischen Lage im Nahen Osten beeinflusst. Auch der Vorschlag von DIW-Präsident Fratzscher, Goldreserven zur Krisenbewältigung zu nutzen, könnte in diesem Zusammenhang von Bedeutung sein.