EU sieht sich drohender Energiekrise gegenüber und plant Unterstützung
28.04.2026, 10:59 Uhr
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben die EU in Alarmbereitschaft versetzt. Der Präsident der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, äußerte sich besorgt über die Möglichkeit einer historischen Energiekrise. „Sollte die Straße von Hormus nicht zeitnah wieder vollständig geöffnet werden, könnte diese Situation die größte Energiekrise in der Geschichte darstellen“, erklärte Pierrakakis während einer Veranstaltung in Athen. Er wies darauf hin, dass die potenziellen Ausfälle bei Öl und Gas die Dimensionen früherer Krisen, wie etwa in den 1970er Jahren oder nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs, übertreffen könnten.
Die Auswirkungen einer solchen Krise würden nicht nur den Energiesektor betreffen, sondern auch andere wichtige Rohstoffe wie Düngemittel und petrochemische Produkte könnten knapp werden. Besonders betroffen wäre Asien, doch auch Europa spürt bereits die Folgen in Form steigender Energiepreise.
EU plant gezielte Hilfen für Bürger und Unternehmen
Um den Herausforderungen entgegenzuwirken, plant die EU gezielte und zeitlich befristete Hilfen für Bürger und Unternehmen. Pierrakakis betonte die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen wirtschafts- und geldpolitischen Maßnahmen. „Die gegenwärtige politische Lage hat in der internationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik wieder an Bedeutung gewonnen“, sagte er.
Er erinnerte daran, dass frühere Generationen geglaubt hatten, die Globalisierung und technologische Fortschritte würden geografische Faktoren an Bedeutung verlieren lassen. „Wir lagen falsch“, räumte er ein. Heute wird die Weltwirtschaft zunehmend von der Machtverschiebung zwischen Regionen, der Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen und der Rolle neuer Akteure neben den Staaten geprägt. In diesem Kontext könnte es auch interessant sein, wie BP im ersten Quartal unerwarteten Gewinn durch geopolitische Entwicklungen erzielt.
„Wir erleben eine sehr starke Rückkehr der Geopolitik“, sagte Pierrakakis.
Die EU steht somit vor der Herausforderung, nicht nur die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise zu bewältigen, sondern auch langfristige Strategien zu entwickeln, um die Abhängigkeit von instabilen Regionen zu verringern und die Energieversorgung zu sichern. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die Vorschläge von DIW-Präsident Fratzscher zu berücksichtigen, der vorschlägt, Goldreserven zur Krisenbewältigung zu nutzen.
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Bildquelle: Marek Ślusarczyk (Tupungato) Photo portfolio via Wikimedia Commons (CC BY 3.0)