Über einen Zeitraum von vier Jahren hat Audi im ersten Quartal einen dramatischen Rückgang seines Gewinns um vier Fünftel erlebt. Zwei zentrale Herausforderungen belasten den Automobilhersteller: die Märkte in China und den USA. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger äußerte, dass es „erheblichen Handlungsdruck“ gebe und man weitere Einsparmöglichkeiten prüfe.
Im ersten Quartal erzielte der zur Volkswagen-Gruppe gehörende Automobilhersteller nach Steuern einen Gewinn von 559 Millionen Euro, was einem Rückgang von über 11 Prozent entspricht. Dies stellt den vierten Rückgang in Folge für das erste Quartal dar. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2022 hatte Audi noch einen Gewinn von 2,9 Milliarden Euro nach Steuern erwirtschaftet, was das Fünffache des Ergebnisses im ersten Quartal 2026 ausmacht.
Die gesamte Automobilindustrie hat sich in den letzten Jahren stark verändert, und Audi bleibt von diesen Entwicklungen nicht unberührt. Insbesondere die Zölle in den USA haben zu einer finanziellen Belastung im niedrigen dreistelligen Millionenbereich geführt, wie Rittersberger erklärte. Die Auswirkungen der neuesten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump sind für das Unternehmen derzeit noch unklar. Positiv zu vermerken ist, dass ohne die US-Zölle im ersten Quartal ein Gewinnwachstum vor Steuern möglich gewesen wäre.
Probleme auf dem chinesischen Markt
Ein weiteres anhaltendes Problem für Audi ist der chinesische Markt, wo der Konzern deutlich weniger Gewinn erzielt hat. Im Finanzbericht trug das China-Geschäft lediglich 28 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei, im Vorjahr waren es noch 170 Millionen Euro. Audi leidet, wie viele deutsche Hersteller, unter dem intensiven Wettbewerb in China. Zudem wurde die Förderung für Elektrofahrzeuge eingestellt, was zu einer Kaufzurückhaltung führte. Auch der Modellwechsel beim wichtigen A6 hat negative Auswirkungen, jedoch erwartet Rittersberger im Laufe des Jahres eine Verbesserung.
Neue Markenstrategie für China
Um den Herausforderungen in China zu begegnen, hat Audi eine neue Marke entwickelt, die speziell für den chinesischen Markt konzipiert ist. Diese Marke wird ohne die bekannten vier Ringe auskommen und lediglich den Namen ‚Audi‘ tragen. Im Laufe des Jahres wird das zweite Modell dieser Marke eingeführt.
Auch beim Umsatz musste Audi einen Rückgang hinnehmen. Dieser fiel von 15,4 auf 14,2 Milliarden Euro. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf den Audi-Konzern, zu dem neben der Hauptmarke auch Bentley und Lamborghini gehören.
Handlungsdruck und Einsparmaßnahmen
Rittersberger betonte: „Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben.“ Aus diesem Grund werden die Kosten- und Effizienzmaßnahmen weiterhin vorangetrieben. Innerhalb des gesamten Volkswagen-Konzerns wird derzeit diskutiert, wie weitere Einsparungen realisiert werden können. Auf die Frage nach möglichen Einsparmöglichkeiten erklärte Rittersberger, dass man kontinuierlich prüfe, wo weitere Einsparungen möglich seien. Bei Audi habe man jedoch bereits „wirklich viel“ umgesetzt. Bezüglich des Werks in Neckarsulm, über das zuletzt Spekulationen aufkamen, sagte er, dass es sich um ein „ganz entscheidendes Werk“ für Audi handle, das modern, gut aufgestellt und ausgelastet sei.
Ein Drittel der Autofahrer ist wegen der hohen Spritpreise seltener unterwegs, was die Nachfrage nach alternativen Verkehrsmitteln erhöht hat.
„`
Quellen: n-tv
Bildquelle: Thomas Wolf, www.foto-tw.de via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)