Seit dem Sommer 2023 hat Russland im Rahmen seines Krieges gegen die Ukraine nahezu kontinuierlich Gebietsgewinne verzeichnet. In den letzten Monaten jedoch hat sich dieser Trend merklich verlangsamt. Nun sind die ukrainischen Streitkräfte in der Lage, erneut Land zurückzuerobern. Dies geschieht unter verschiedenen Umständen.
Erstmals seit etwa drei Jahren hat Russland im vergangenen Monat an der Front in der Ukraine Netto-Gebietsverluste erlitten. Laut einer Analyse, die auf Daten eines in den USA ansässigen Instituts basiert, verlor die russische Armee im April die Kontrolle über rund 120 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums.
Insgesamt gelang es der Ukraine, etwa 0,02 Prozent ihres Staatsgebiets zurückzugewinnen. Die ukrainischen Streitkräfte konnten an mehreren Frontabschnitten Fortschritte erzielen. In den drei östlichen Regionen Saporischschja, Charkiw und Donezk eroberten die Soldaten jeweils rund 40 Quadratkilometer zurück.
Russische Offensive in Donezk
Russland hingegen hat in der Umgebung der Stadt Kramatorsk in der Region Donezk Fortschritte gemacht. In den kommenden Wochen könnte die Stadt Kostjantyniwka, die als südlichster Punkt des ukrainischen Festungsgürtels im Donbass gilt, verstärkt in den Fokus rücken.
„Die Russen wollen hinter diesen Festungsgürtel auf der Achse Slowjansk, Kramatorsk, Kostjantyniwka. Dahinter liegt offenes Land. Ein Viertel der Stadt haben die Russen bereits in Besitz genommen“,
erklärte Oberst Markus Reisner.
Verlangsamter russischer Vormarsch
Insgesamt hält Russland laut den Daten des Instituts für Kriegsstudien etwas mehr als 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Dazu gehören die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim sowie Gebiete in den Regionen Donezk und Luhansk, die bereits vor der umfassenden Invasion im Jahr 2022 von prorussischen Separatisten kontrolliert wurden. Den Großteil des restlichen Gebiets hatte Russland in den ersten Wochen nach Beginn des Krieges im Februar 2022 erobert.
Der Vormarsch der russischen Armee hat sich laut Analyse bereits in den Vormonaten erheblich verlangsamt: Im März eroberte Russland 23 Quadratkilometer, im Februar waren es 123 Quadratkilometer und im Januar sogar 319 Quadratkilometer. Diese Entwicklungen stehen im Kontext der aktuellen Situation in der Ukraine.
Nach Angaben des Instituts haben insbesondere die ukrainischen Gegenangriffe sowie Probleme der russischen Armee mit der Kommunikationstechnik bestehende Schwierigkeiten innerhalb der russischen Streitkräfte verschärft. Im Februar 2026 hatte das US-Unternehmen SpaceX die Nutzung seiner Starlink-Satelliten durch das russische Militär eingestellt, während die russische Führung zudem die Nutzung des Online-Dienstes Telegram einschränkte. Auch der durch Tauwetter und Regen verursachte Schlamm könnte das Vorrücken von Bodeneinheiten behindert haben. Diese Herausforderungen wurden auch von dem Heereschef angesprochen, der die Risiken der Truppenkonzentration in der modernen Kriegsführung betont hat.
Zusätzlich ist zu beachten, dass die globalen Militärausgaben einen Höchststand erreicht haben, was Deutschlands Rolle im europäischen Kontext betrifft.
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