Die militärischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran werden von der US-Regierung als verheerend dargestellt. Eine aktuelle Analyse der CIA widerspricht jedoch diesen Darstellungen und bietet eine differenzierte Sicht auf die Situation.
Widersprüchliche Einschätzungen zur Lage im Iran
Die CIA hat in einer umfassenden Analyse zwei zentrale Behauptungen der US-Regierung bezüglich des Iran-Kriegs zurückgewiesen. Diese Einschätzung wurde der Regierung unter Präsident Donald Trump vorgelegt und steht im Gegensatz zu den optimistischen öffentlichen Äußerungen der US-Führung. Steht Donald Trump vor einer rechtlichen Entscheidung im Iran-Konflikt?
Wie aus Berichten hervorgeht, könnte der Iran die von den USA verhängte Blockade der Straße von Hormus mindestens drei bis vier Monate überstehen, bevor ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten eintreten. Diese Meerenge, die für den internationalen Handel von entscheidender Bedeutung ist, wurde nach Beginn der US- und israelischen Angriffe am 28. Februar faktisch blockiert. Der Iran hat angedroht, Schiffe anzugreifen, die versuchen, die Meerenge zu passieren.
Blockade und ihre Auswirkungen
Nachdem gescheiterte Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan stattfanden, rief Präsident Trump am 13. April eine Blockade der Straße von Hormus aus. Diese Maßnahme sollte den Druck auf Teheran erhöhen, um eine Einigung zu erzielen. Bisher blieb jedoch eine solche Einigung aus. Laut der CIA-Analyse wird sich daran voraussichtlich auch in den kommenden Monaten nichts ändern, da die Blockade nicht nur gegen iranische Schiffe gerichtet ist und somit weltwirtschaftliche Verwerfungen verstärken könnte. US-Militärmission in der Straße von Hormus nach saudischem Einspruch gestoppt
Widerstandsfähigkeit des Iran
Ein US-Beamter äußerte gegenüber der Presse, dass die Fähigkeit des Iran, wirtschaftliche Notlagen zu überstehen, größer sei als zuvor angenommen. „Die Führung ist entschlossener geworden und glaubt, dass sie den politischen Willen der USA überstehen kann“, erklärte der Beamte.
Zusätzlich lagert der Iran einen Teil seines Öls auf Tankschiffen, um die Auswirkungen der Blockade abzumildern. Das Land hat auch die Fördermengen seiner Ölfelder reduziert, um die Funktionsfähigkeit der Bohrlöcher zu gewährleisten. „Es ist bei weitem nicht so schlimm, wie manche behaupten“, so der Beamte weiter.
Öltransport über Land
Die Analyse der CIA könnte die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Iran sogar unterschätzen, falls Teheran in der Lage ist, Öl über Landwege zu schmuggeln. Lkw- und Eisenbahnkonvois könnten zwar nicht das Volumen von Schiffen ersetzen, jedoch ein gewisses wirtschaftliches Polster bieten. Ein US-Beamter erklärte, dass es möglich sei, dass der Iran beginnen könnte, einen Teil seines Öls per Bahn durch Zentralasien zu transportieren.
Militärische Stärke des Iran
Ein weiterer Punkt, in dem die CIA-Analyse von den Aussagen der US-Regierung abweicht, betrifft die militärische Stärke des Iran. Während Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth von einer nahezu vollständigen Zerstörung der iranischen Militärkapazitäten sprechen, zeigt die CIA-Analyse ein anderes Bild.
Die CIA geht davon aus, dass der Iran vor Kriegsbeginn über etwa 2500 ballistische Raketen und Tausende von Drohnen verfügte. Nach Schätzungen hat das Land immer noch etwa 75 Prozent seiner mobilen Abschussrampen und rund 70 Prozent seiner Raketenbestände. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Regime seine unterirdischen Lagerstätten wiederhergestellt und einige beschädigte Raketen repariert hat.
Unterschätzte Bedrohung durch Drohnen
Analysten betonen, dass Drohnen für die Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus entscheidender sind als Raketen. „Es reicht schon eine einzige Drohne, die ein Schiff trifft, und niemand wird den Öltankern noch eine Versicherung geben“, erklärte Danny Citrinowicz, ein führender Forscher am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv.
Seiner Einschätzung nach würde selbst eine monatelange Blockade das Regime im Iran nicht dazu bringen, sich den Forderungen Washingtons zu beugen. „Das Problem ist, dass sie nicht glauben, kapitulieren zu müssen“, so Citrinowicz weiter. Letztlich könnte der Krieg trotz der militärischen Erfolge der USA und Israels im Iran zu einem strategischen Misserfolg führen.
„Was als Krieg begann, der angeblich darauf abzielte, das Regime zu stürzen und seine nuklearen und ballistischen Raketenkapazitäten zu zerstören, könnte stattdessen dazu führen, dass das iranische Regime stärker dasteht als zuvor“, schrieb Citrinowicz. Vertrauen in die USA schwindet: EU-Bürger fordern mehr Eigenständigkeit
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Quellen: n-tv