In Nigeria sind durch militärische Angriffe und Bandenübergriffe an einem einzigen Tag etwa 100 Zivilisten ums Leben gekommen. Laut einem Gemeindevorsteher wurden bei einem Luftangriff der nigerianischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Zamfara mindestens 72 Menschen getötet, darunter viele Frauen und Männer.
Die nigerianische Sektion von Amnesty International berichtete, dass „mindestens 100 Zivilisten“ bei dem Angriff auf den Markt, der Berichten zufolge von kriminellen Banden kontrolliert wird, ums Leben kamen.
Zusätzlich wurden bei einem weiteren Luftangriff der nigerianischen Luftwaffe gegen Banden 13 Zivilisten im Bundesstaat Niger getötet, wie Angehörige der Opfer mitteilten. Das Militär in Nigeria wies die Vorwürfe zurück und bestritt, dass Zivilisten bei den Angriffen getötet worden seien.
UN-Berichte über weitere Gewalttaten
Am Sonntag wurden im Bundesstaat Zamfara 30 Reisende von bewaffneten Banden getötet. Ein Zusammenhang mit dem Luftangriff wurde nicht festgestellt, wie aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervorgeht. In einem weiteren UN-Bericht wurde erwähnt, dass bei „koordinierten Angriffen“ im Bundesstaat Katsina zwölf Menschen von Banden getötet wurden.
Es dauert häufig mehrere Tage, bis Informationen über die Angriffe des nigerianischen Militärs oder der bewaffneten Gruppen, gegen die das Militär kämpft, aus den abgelegenen ländlichen Gebieten bekannt werden. In verschiedenen Regionen Nigerias sind seit Jahren Banden aktiv, die Dörfer überfallen, Menschen zur Zahlung von Lösegeld entführen und Häuser niederbrennen. Die nigerianische Armee hat ihre Einsätze gegen diese Gruppen und Dschihadisten intensiviert.
Quellen: Die Zeit