Die Schauspielerin Angelica Domröse ist verstorben. Dies wurde aus ihrem Freundeskreis bekannt gegeben. Sie erreichte das Alter von 85 Jahren. Genaueres über die Umstände ihres Todes ist bislang nicht bekannt. Domröse erlangte vor allem durch ihre ikonische Rolle in „Die Legende von Paul und Paula“ große Bekanntheit, war jedoch auch eine gefeierte Theaterschauspielerin in beiden Teilen Deutschlands. Tragischerweise erinnert der Fall des Sohnes von Schauspielerin Lara Joy Körner daran, wie das Leben oft unerwartete Wendungen nimmt.
Ein Leben voller Herausforderungen und Erfolge
Angelica Domröse wurde am 4. April 1941 in Berlin geboren und wuchs in den Nachkriegswirren der Stadt auf. Ihre Kindheit war geprägt von Entbehrungen, was sie später als „ohne Wärme“ beschrieb. Ihr leiblicher Vater war ein jüdisch-französischer Zwangsarbeiter, während ihr Stiefvater als tyrannisch galt. Diese Erfahrungen prägten ihre Persönlichkeit und ihre künstlerische Laufbahn. „Die geteilte Großstadt Berlin lehrte mich, zu überleben“, erinnerte sich Domröse in einem Interview.
Der Durchbruch im Film und Theater
Mit 16 Jahren bewarb sich Domröse an der Filmhochschule, wurde jedoch zunächst abgelehnt. Ein Jahr später setzte sie sich gegen 1.500 Mitbewerberinnen durch und erhielt eine Hauptrolle in Slatan Dudows Film „Verwirrung der Liebe“. Diese Rolle ebnete den Weg für ihre spätere Karriere. Später wurde sie ans Berliner Ensemble engagiert, wo sie unter der Regie von Helene Weigel arbeitete.
Erfolgreiche Filmkarriere
Domröse erlebte ihren Durchbruch im Kino mit der Verfilmung von Theodor Fontanes „Effi Briest“ im Jahr 1970. Diese Rolle stellte eine weitere tragische Frauenfigur dar, die sich nach Sinnlichkeit und Liebe sehnt. 1973 folgte dann die Rolle der Paula in „Die Legende von Paul und Paula“, die sie unsterblich machte. In diesem Film, der von Heiner Carow inszeniert wurde, spielte sie an der Seite von Winfried Glatzeder und thematisierte die Sehnsucht nach Glück und Freiheit.
Politisches Engagement und Exil
Ein Wendepunkt in Domröses Leben war das Jahr 1976, als sie die Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterschrieb. Dies führte dazu, dass sie und ihr Ehemann Hilmar Thate 1980 aus der DDR ausreisten. In West-Berlin fanden sie eine neue Heimat und setzten ihre Karrieren fort. Domröse arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Peter Zadek und Michael Haneke zusammen und inszenierte selbst.
Ein bleibendes Erbe
Nach dem Tod ihres Ehemanns Hilmar Thate im Jahr 2016 wurde es still um die Schauspielerin. Ihre Figur Paula, die Millionen von Frauen Mut machte, bleibt jedoch unvergessen. „Rückblickend fällt auf, dass diese Frauenfigur, die alles wollte, im Film sterben musste. Aber manchmal emanzipiert sich die Kunst von ihren Erfindern“, so Domröse in einem ihrer letzten Interviews.
„Muss doch noch etwas anderes geben, als schlafen, arbeiten und wieder schlafen und arbeiten“, stellte Paula in Heiner Carows Kultfilm fest.
Angelica Domröse hinterlässt ein bedeutendes Erbe in der deutschen Film- und Theaterlandschaft. Ihre Darstellungen und ihr Engagement für Freiheit und Gerechtigkeit werden in Erinnerung bleiben.
„`
Quellen: MDR, taz
Bildquelle: depositphotos