Nördlingen (Bayern) – Der Batteriehersteller Varta steht vor einem einschneidenden Schritt: Im Herbst wird die Fabrik im bayerischen Nördlingen geschlossen, was zur Folge hat, dass rund 350 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren. Diese Entscheidung wurde am Dienstagmorgen den Beschäftigten sowie dem Betriebsrat mitgeteilt.
Der Grund für die Schließung hängt offenbar mit einem Großauftrag von Apple zusammen. Obwohl Varta den Kunden offiziell nicht benennt, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass es sich um den iPhone-Hersteller handelt. Apple plant, die Batterien für die nächste Generation seiner AirPods künftig in China zu beziehen, da dort günstigere Angebote vorliegen. Dies stellt einen erheblichen Rückschlag für den Standort Nördlingen dar.
Hintergründe der Entscheidung
In Nördlingen stellte Varta bisher die sogenannten „CoinPower“-Knopfzellen her, die als wiederaufladbare Batterien für die kabellosen Kopfhörer von Apple dienten. Über Jahre hinweg galt Varta als Hoffnungsträger in der deutschen Hightech-Branche. Doch die Abhängigkeit von Apple entwickelte sich zunehmend zum Problem. Varta hatte die Produktion auf Druck des Unternehmens stark ausgeweitet, doch als Apple begann, weitere Zulieferer zu integrieren, sank die Nachfrage und der Standort geriet unter Druck.
Mit dem Verlust des Auftrags fehlt dem Werk nun die wirtschaftliche Basis.
„Damit entfällt für die hochspezialisierte Produktionseinheit der VARTA Micro Production GmbH in Nördlingen die wirtschaftliche Grundlage und die damit verbundenen Arbeitsplätze“,
erklärte das Unternehmen. Varta-Chef Michael Ostermann äußerte sich besorgt über die „sehr einschneidenden Konsequenzen“ für den Standort und betonte:
„Leidtragende sind allen voran unsere Mitarbeitenden vor Ort, die diese Entwicklung nicht zu vertreten haben.“
Soziale Verantwortung und Zukunftsperspektiven
Varta plant, gemeinsam mit dem Betriebsrat „sozialverträgliche Lösungen“ zu erarbeiten und prüft, ob einige Mitarbeiter an anderen Standorten untergebracht werden können. Die Schließung des Werks stellt für Varta einen weiteren schweren Rückschlag dar. In den letzten Jahren hatte das Unternehmen bereits mit hohen Energiekosten, starker Konkurrenz aus Asien und schwankender Nachfrage nach kleinen Batteriezellen zu kämpfen.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie steht, insbesondere in einem sich schnell verändernden globalen Markt.
Quellen: Bild, Handelsblatt
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