Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Bürger wurde in der Nacht zu Mittwoch in die Berliner Charité eingeliefert. Der Patient wird in der speziellen Isolierstation des Universitätsklinikums behandelt, wie das Bundesgesundheitsministerium bekannt gab.
Die US-Behörden hatten zuvor die Bundesregierung um die Aufnahme und Behandlung des Patienten gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt hatte, wo das Virus derzeit stark verbreitet ist.
Transport des Ebola-Patienten
Nach Angaben des Ministeriums wurde der Patient von der US-Regierung mit einem speziellen Flugzeug von Uganda nach Deutschland geflogen. Für den Transport vom Flughafen zur Charité kam ein speziell ausgestatteter Infektions-Rettungswagen zum Einsatz, der für die Beförderung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten konzipiert ist.
Kontaktpersonen ebenfalls in Deutschland
Berichten zufolge handelt es sich bei dem Infizierten um einen Arzt, der während seiner Tätigkeit in einem Krankenhaus im Kongo mit dem Virus in Kontakt kam. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass der Mann am Wochenende positiv getestet wurde.
Zusätzlich zu dem Patienten sollen auch sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland gebracht werden. Informationen über deren Nationalität wurden bislang nicht veröffentlicht.
Keine Gefahr für die Bevölkerung
Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten der Charité eine Gefahr besteht. Der Patient wird vollständig isoliert in der Sonderstation behandelt, die vom regulären Klinikbetrieb getrennt ist.
Im Umgang mit potenziell kontaminierten Materialien gelten strenge Sicherheitsstandards. Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Schutzanzüge und andere Abfälle werden von einem spezialisierten Unternehmen entsorgt. Zudem wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.
Untersuchungen des Ebola-Patienten
Die erforderliche Behandlung des Ebola-Patienten hängt von seinem Gesundheitszustand bei der Aufnahme ab. Daher beginnt zunächst eine umfassende Untersuchung und Diagnostik. Die räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut wird als großer Vorteil angesehen, da dort in einem Speziallabor komplexe Blutuntersuchungen durchgeführt werden können.
Ein entscheidender Aspekt ist die Möglichkeit, den Patienten trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen intensivmedizinisch zu behandeln, was die Überlebenschancen erheblich steigert. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente hat sich die Sterblichkeit von ursprünglich etwa 60 Prozent auf heute rund 20 bis 30 Prozent verringert.
Ebola-Ausbruch im Kongo
Der Ebola-Ausbruch im Kongo wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika als hoch ein.
Der Ausbruch begann vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt, wurde jedoch erst Anfang Mai gemeldet. Auch in Uganda wurden zwei Fälle registriert. Dies ist der insgesamt 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Stephan Becker, Leiter des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg, äußerte sich besorgt über die Tatsache, dass der Ausbruch offenbar lange unentdeckt blieb.
Ein wichtiger Aspekt für Reisende in betroffene Regionen ist die Frage, wie sicher die Malediven im Hinblick auf Dengue-Fieber sind.
Internationale Notlage erklärt
Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte die internationale Notlage, ohne auf den Notfallausschuss zu warten – ein bislang einmaliger Vorgang. Der Ausschuss wird nun Empfehlungen erarbeiten, wie mit der Notlage umgegangen werden soll. Ein Sprecher der WHO betonte, dass die Erklärung keine Panik schüren, sondern die Länder über das dringende Problem informieren und die internationale Zusammenarbeit stärken solle.
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Quellen: t-online
Bildquelle: Echo Media Group / Ricardo Bohn