Pride Month: Feier der Vielfalt und der queeren Gemeinschaft
Der Pride Month stellt eine bedeutende nationale und internationale Feier der Vielfalt innerhalb der LGBTQ+-Gemeinschaft dar. Jedes Jahr im Juni wird auf die sexuelle und geschlechtliche Diversität sowie die damit verbundenen Diskriminierungen hingewiesen. Diese Thematik ist von großer Relevanz, da Personen, die sich als bisexuell, homosexuell, trans oder intersexuell identifizieren, in Deutschland zunehmend mit Anfeindungen und Übergriffen konfrontiert sind. Rund elf Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland zählt sich zur queer Community. Im Rahmen des Pride Months finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die über historische Entwicklungen, gegenwärtige Themen und Rechte informieren, Netzwerke stärken und ein inklusives Miteinander fördern. Unternehmen, Organisationen und Institutionen nutzen diese Gelegenheit, um ihr Engagement für Gleichheit, Respekt und Zugehörigkeit zu demonstrieren. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden, Dr. Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah, lädt zusammen mit dem Gerede e. V. zu zwei besonderen Veranstaltungen ein.
Podiumsdiskussion zur queeren Elternschaft am 1. Juni
Am Montag, dem 1. Juni 2026, um 18 Uhr findet im riesa efau Saal, Runde Ecke auf der Wachsbleichstraße 4A in 01067 Dresden eine Podiumsdiskussion zum Thema queere Elternschaft statt. Diese Diskussion beleuchtet die Vielfalt der Lebensrealitäten von Familien und die Diskrepanzen zwischen gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Welche Herausforderungen bestehen derzeit im Umgang mit Behörden und im Familienrecht in Deutschland? Welche Entwicklungen sind zu beobachten? Und welche Einblicke bietet der Blick nach Europa? Die Diskussion wird sich mit verschiedenen Familienrealitäten, rechtlichen und sozialen Herausforderungen sowie den Bedürfnissen der Community auseinandersetzen. Die Moderation übernimmt Lisa Bendiek, Autorin, Moderatorin und queere Mutter, die hauptberuflich in der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit tätig ist. Zu den Gesprächspartnern gehören Constanze Körner, Juli Heinicke und Mooooon. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Zugang ist barrierefrei gestaltet. Weitere Informationen zur Wettervorhersage für Dresden am 1. Mai 2026 können ebenfalls hilfreich sein.
Erzählcafé „Queeres Leben in der DDR“ am 29. Juni
Am Montag, dem 29. Juni 2026, um 17 Uhr wird zum Erzählcafé „Queeres Leben in der DDR“ in der Gedenkstätte Bautzner Straße, 01099 Dresden eingeladen. In dieser Veranstaltung teilen Menschen unterschiedlicher Generationen ihre Erfahrungen über die Handlungsspielräume queerer Personen in der DDR. Zu den Zeitzeugen zählen Samirah Kenawi und Hans-Jürgen Barth sowie der Kulturwissenschaftler Bob Sieber. Das Erzählcafé bietet eine offene Gesprächsrunde, in der alle Anwesenden eingeladen sind, aktiv teilzunehmen und ihre eigenen Perspektiven und Erlebnisse einzubringen. Diese Veranstaltung wird mit Unterstützung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten durchgeführt, ist kostenfrei und erfordert keine vorherige Anmeldung.
Informationen zu den Teilnehmenden
- Constanze Körner: Engagiert sich seit über 25 Jahren für Regenbogenfamilien. Sie ist seit der Gründung von LesLeFam e. V. in leitenden Positionen tätig und verantwortet die Geschäftsführung sowie die Projektkoordination. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie Projekte für Lesben und queere Menschen und fördert die Vernetzung in Berlin auf Landes- und Bundesebene. 2019 wurde sie mit dem Magnus-Hirschfeld-Preis ausgezeichnet und ist zudem Beirätin beim LesbenRing e. V.
- Juli Heinicke: Ist Rechtsanwältin mit einer Kanzlei in Berlin und berät insbesondere Mitglieder der LGBTQIA+-Community im Bereich Familienrecht. Sie ist Mitglied der Familienrechtskommission des Deutschen Juristinnenbundes e. V. und engagiert sich ehrenamtlich als Rechtsberaterin für die TIN*-Rechtshilfe sowie den Verband Queere Vielfalt (LSVD).
- Mooooon: Arbeitet als Choreograf, Performer, Videoproduzent und Kurator mit einem Fokus auf Aktivismus und Community-Building.
- Samirah Kenawi: Geboren 1962 in Ostberlin, war sie an der Gründung von Gerede beteiligt, dem ersten Arbeitskreis „Homosexualität“, der außerhalb kirchlicher Räume im Jugendclub Scheune in der Alaunstraße tagte. Kenawi initiierte im Rahmen des Frauenzentrums Fennpfuhl eine Frauenbibliothek und ein Frauenarchiv, aus dem 1990 die Frauenbibliothek im EWA-Frauenzentrum sowie das Archiv GrauZone hervorgingen, das Dokumente der DDR-Frauen- und Lesbenbewegung bewahrt.
- Hans-Jürgen Barth: Geboren 1951 in Berlin, verbrachte seine Kindheit in verschiedenen Heimen und bei Pflegeeltern. Nach seiner Ausbildung zum Chemiefacharbeiter studierte er an der Offiziershochschule in Zittau. 1974 kam es zu einem Wendepunkt in seinem Leben, als er sich als schwul outete und daraufhin diskriminiert wurde. Nach seiner Verurteilung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ war er von April 1977 bis Juni 1978 in politischer Haft. Nach der Wiedervereinigung kehrte Barth nach Dresden zurück und gibt heute Bildungsveranstaltungen in der Gedenkstätte Bautzner Straße.
- Bob Sieber: Geboren 1998, ist Kulturwissenschaftler und Erziehungswissenschaftler mit einem Interesse an Gender- und Queer Studies sowie Kulturgeschichte. Er forscht zum Thema Trans in der DDR.
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Quellen: dresden
Bildquelle: KI generiert