Düsseldorf/Berlin – Alexander Eichwald (31) akzeptiert seinen Ausschluss aus der AfD nicht und geht in die Offensive. Ende April hatte das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen entschieden, ihn aus der Partei auszuschließen. Der Grund für diese Maßnahme war eine Rede, die Eichwald bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) Ende November 2025 im hessischen Gießen im Stil Adolf Hitlers hielt, was bundesweit für Empörung sorgte.
In einem vierseitigen Widerspruch, der vorliegt, fordert Eichwald die Aufhebung des Urteils des Landesschiedsgerichts NRW vom 25. April. Zudem verlangt er, dass der Antrag auf seinen Parteiausschluss „in vollem Umfang abgewiesen“ wird. Auch die Rücknahme des Entzugs seiner Mitgliedsrechte steht auf seiner Agenda. Wörtlich erklärt er: „Meine Mitgliedschaft in der AfD besteht fort.“
Begründung für den Widerspruch
Eichwald erhebt den Vorwurf, das Urteil sei „rechtsfehlerhaft, faktisch unzutreffend und unverhältnismäßig“. Seiner Meinung nach sei sein Auftritt bei der GD-Veranstaltung falsch dargestellt worden. Er spricht von einer „verzerrten, medial geprägten Darstellung meines Auftritts“. Der ehemalige AfD-Politiker beruft sich auf das Grundgesetz und argumentiert mit der „innerparteilichen Meinungsfreiheit“. Zudem wirft er dem Schiedsgericht vor, „die programmatischen Grundsätze der AfD“ zu missachten. Hans-Georg Maaßen: Innenministerkandidatur der AfD in Sachsen-Anhalt im Fokus
Seine Argumentation
In seinem Widerspruch führt Eichwald weiter aus, dass es „keinen erheblichen Verstoß gegen die Grundsätze oder Ordnung der Partei“ gegeben habe und „kein schwerer Schaden für die Partei“ vorliege. Er fordert, dass die Kosten des Verfahrens vom Antragsteller getragen werden. Eichwald bestreitet ausdrücklich, in einer Weise gesprochen zu haben, die an die NS-Zeit erinnert. Die Vorwürfe von „NS-Rhetorik“, „Hitler-Stil“ und einer Imitation nationalsozialistischer Gestik seien „objektiv falsch“. Die Videos der Veranstaltung würden lediglich „einen engagierten, patriotischen Vortrag“ zeigen. So steht es um die AfD und SPD vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Erklärung seiner Gestik
Auch sein auffälliges rollendes „R“ erklärt Eichwald ausführlich: Dieses stamme „aus meiner Herkunft als Russlanddeutscher“ und werde bei Nervosität stärker. Seine Gesten seien lediglich „typische Rednergesten“, wie sie auch von anderen AfD-Politikern verwendet werden. „Kein gestreckter Hitlergruß, keine charakteristische Handhaltung oder ‚Heil‘-Ruf“, betont er.
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