Klage gegen Bayer: Vorwurf der Marktbeherrschung im Maissaatgutsektor
28.05.2026, 02:38 Uhr
Ein Unternehmen aus Iowa hat eine Klage gegen den Agrar- und Pharmakonzern Bayer eingereicht, in der dem Unternehmen vorgeworfen wird, den Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut monopolisiert zu haben. Diese Klage ist Teil einer Reihe von rechtlichen Auseinandersetzungen, die Bayer in den USA bereits betreffen.
In der Klageschrift wird behauptet, dass Bayer durch seine Praktiken „Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden, unrechtmäßig erwirtschaftete Dollar“ eingenommen habe. Insbesondere wird angeführt, dass das Unternehmen den Markt für Maissaatgut kontrolliert, das gegen das weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel Roundup resistent ist. Die Klage besagt, dass Bayer Wettbewerber daran gehindert hat, generische Versionen des von Bayer kontrollierten Maissaatguts mit der Bezeichnung NK603 zu entwickeln. Dies habe zu höheren Kosten für Landwirte und unabhängige Saatgutfirmen geführt.
Bayer weist Vorwürfe zurück
Bayer hat die Vorwürfe am Mittwoch entschieden zurückgewiesen. Das Unternehmen bezeichnete die Anschuldigungen als unbegründet und kündigte an, vor Gericht darauf zu reagieren. „Die Märkte für Betriebsmittel und Maissaatgut sind wettbewerbsfähig, fair und vielfältig“, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Die Zivilklage wurde von Latham Quality, einem Saatgutunternehmen aus Iowa, bei einem Bundesgericht im US-Staat Missouri eingereicht. Das Unternehmen strebt eine Sammelklage an und fordert eine dreifache Entschädigung für die angeblich erlittenen Schäden. In der Klageschrift wird ausgeführt: „Bayer hat die Macht, die Marktpreise zu kontrollieren und den Wettbewerb auszuschließen. Tatsächlich tut das Unternehmen das auch.“ Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, gegen wettbewerbswidriges Verhalten in den Lebensmittel-Lieferketten vorzugehen.
Bayers Herausforderungen in den USA
Bayer hatte 2018 den US-Saatguthersteller Monsanto übernommen und sieht sich seitdem in den USA mit Tausenden von Klagen konfrontiert, die sich auf angebliche Krebsrisiken von Roundup beziehen. Trotz dieser rechtlichen Herausforderungen verzeichnete der Konzern im ersten Quartal einen Anstieg des Gewinns in der Agrarsparte, zu der auch das Saatgutgeschäft gehört, um 17,9 Prozent auf drei Milliarden Euro. Diese Entwicklungen stehen im Kontext der Energiekrise, die auch die Agrarwirtschaft betrifft.
Zusätzliche Informationen
- In Deutschland wird in diesem Jahr gentechnisch veränderter Mais MON 810 auf über 2.000 Hektar angebaut.
- Ein großer Teil der deutschen Honige könnte durch den Anbau von gentechnisch verändertem Mais belastet sein, da Bienen einen Flugradius von 30 bis 50 Quadratkilometern haben.
- Die Klage gegen Bayer ist Teil eines größeren Trends, in dem Unternehmen und Regierungen gegen die Praktiken großer Agrarkonzerne vorgehen. Die Diskussion über digitale Betrugsmaschen zeigt, wie wichtig es ist, Verbraucher zu schützen.
Die rechtlichen Auseinandersetzungen um Bayer und seine Geschäftspraktiken im Bereich des Maissaatguts werfen Fragen zur Marktverantwortung und zu den Auswirkungen auf die Landwirtschaft auf. Auch die EU-Politik zur Arzneimittelversorgung könnte in diesem Zusammenhang von Bedeutung sein.
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Quellen: n-tv, gesundheitsberater, boerse-global, Handelsblatt