Pruntrut (Schweiz) – Im Freibad der Schweizer Stadt Pruntrut dürfen ab sofort wieder ausländische Besucher eintreten, jedoch müssen sie dafür den doppelten Eintrittspreis zahlen. Diese Regelung tritt nach der Aufhebung eines vollständigen Zutrittsverbots für Ausländer in Kraft, das im Sommer 2025 eingeführt wurde.
Wie die Schweizer Nachrichtenplattform berichtet, müssen auswärtige Erwachsene nun 15 Franken (etwa 16,40 Euro) zahlen, während Einheimische lediglich 7,50 Franken (rund 8,20 Euro) entrichten. Für Jugendliche gilt das gleiche Preisverhältnis: Sie zahlen 10 Franken anstelle von 5 Franken.
Zusätzlich gibt es neue Anforderungen für den Ticketkauf. Personen ohne Wohnsitz in Pruntrut, die auch keine Aufenthalts-, Arbeits- oder Niederlassungserlaubnis besitzen, sind verpflichtet, ihr Ticket online zu erwerben. Wer zudem keine anerkannte Touristenkarte vorweisen kann, muss beim Eintritt einen gültigen Ausweis präsentieren. Andernfalls kann der Zugang zum Freibad verweigert werden.
„Es geht nicht darum, Schweizer und Franzosen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ruhe zu garantieren“, sagte Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler zur neuen Regelung.
Die Hintergründe dieser Maßnahmen liegen in den Vorfällen des Sommers 2025, als der Ort mit 6.000 Einwohnern, etwa 50 Kilometer südwestlich von Basel, in die Schlagzeilen geriet. Gruppen junger Männer aus dem benachbarten Frankreich hatten im Freibad für Unruhe gesorgt, indem sie Frauen belästigten und das Sicherheitspersonal angriffen. In Reaktion darauf wurde ein pauschales Einreiseverbot für Ausländer verhängt, das international auf scharfe Kritik stieß. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus bezeichnete das Verbot als „problematisch und irritierend“, während linke Politiker in der Schweiz offen von Rassismus sprachen.
Die neue Regelung zur Preisgestaltung für ausländische Besucher im Freibad von Pruntrut wird weiterhin kontrovers diskutiert.
Quellen: Bild
Bildquelle: Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)