Ein 19-Jähriger aus der Eifel steht im Verdacht, während eines Weihnachtsurlaubs auf den Kapverden seine Familie mit einem Messer getötet zu haben. Knapp sechs Monate nach dem Vorfall hat die Staatsanwaltschaft Trier Anklage wegen dreifachen Totschlags erhoben. Der Beschuldigte soll ohne erkennbaren Grund in der gemeinsamen Ferienwohnung seinen Vater, dessen Lebensgefährtin und deren Tochter erstochen haben.
Die Tochter der Lebensgefährtin wurde laut Staatsanwaltschaft unvermittelt attackiert, während sie sich zum Schlafen ins Bett legte. Sie hatte keine Möglichkeit, sich zu verteidigen, weshalb die Anklage hier auf Mord lautet. Die Tochter erlag einer tödlichen Halsverletzung.
Angriffe auf Vater und Lebensgefährtin
Nach dem Angriff auf die Tochter soll der Beschuldigte auch seinen Vater und dessen Freundin attackiert haben. Es kam zu einem Kampf, in dessen Verlauf der 19-Jährige beiden Opfern zahlreiche Stich- und Schnittwunden zufügte. Auch sie starben an den Folgen von Halsverletzungen.
Notruf während der Tat
Am 23. Dezember 2025, während der Tat auf der Insel São Vicente, setzte die Lebensgefährtin des Vaters einen Notruf über einen Messengerdienst an eine Verwandte in Deutschland ab. Diese informierte daraufhin die deutsche Polizei. Der Vater des Beschuldigten und dessen Lebensgefährtin lebten zuletzt in Nordrhein-Westfalen.
Nach der Tat floh der Verdächtige und reiste in die portugiesische Hauptstadt Lissabon, wo er am 25. Dezember aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Trier festgenommen wurde. Mitte Januar wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Bisher hat er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert, und das Motiv für die Tat bleibt unklar.
Hintergrund des Täters
Der 19-Jährige lebte zuletzt in der Eifel, die im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Trier liegt. Er stammt aus einer früheren Ehe seines Vaters.
Die Kapverden sind eine Inselgruppe vor der Westküste Afrikas, die einst eine portugiesische Kolonie waren. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Vorfälle im Urlaub, die die Sicherheit von Reisenden betreffen.
Da der Mann zum Zeitpunkt der Tat 19 Jahre alt war und somit als Heranwachsender gilt, wurde die Anklage vor die Jugendkammer des Landgerichts Trier gebracht. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. Ähnliche tragische Geschichten, wie die Suche nach einem vermissten 14-Jährigen in Bayern, zeigen, wie schnell das Leben von Jugendlichen in Gefahr geraten kann.
In der Öffentlichkeit gibt es immer wieder Diskussionen über die Sicherheit, insbesondere nach Vorfällen wie dem, bei dem ein Autofahrer in Leipzig in eine Menschengruppe raste.
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Quellen: Welt
Bildquelle: depositphotos