Abschaltung des 2G-Mobilfunkstandards bis 2028: Auswirkungen auf Nutzer
Besitzer älterer Mobilgeräte, die nicht für die Nutzung von 4G oder 5G ausgelegt sind, müssen bis spätestens 2028 auf neue Geräte umsteigen. Der Mobilfunkanbieter O2 Telefónica hat bekannt gegeben, dass der überholte 2G-Standard in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abgeschaltet wird. Dieser Standard, der vor mehr als 30 Jahren für Telefonate und SMS eingeführt wurde, kann den heutigen Anforderungen an den Datenverkehr nicht mehr gerecht werden.
Die Nutzung von 2G geht zurück, da sowohl Telefonate als auch SMS weniger werden, während die Datenanforderungen ständig steigen. Laut Mallik Rao, Technikchef von O2, genügt 2G nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Im Gegensatz dazu bieten die neueren 4G- und 5G-Netze deutlich verbesserte Leistungen für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen.
Technische Hintergründe und Abschaltung
Der 2G-Standard, auch bekannt als GSM (Global System for Mobile Communications), hat eine sehr begrenzte Datenübertragungsrate. Er eignet sich zwar gut für einfache Textnachrichten ohne Anhänge, ist jedoch nicht für komplexere Anwendungen geeignet. Auch die Wettbewerber Vodafone und Deutsche Telekom unterstützen die Abschaltung von 2G und haben ebenfalls das Ende des Standards für 2028 angekündigt. Durch die Freigabe der Frequenzen können die Netzbetreiber diese für die Verbesserung anderer Mobilfunkstandards nutzen.
O2 versichert, dass die Abschaltung von 2G nicht zwangsläufig zu einem signifikanten Anstieg von Funklöchern führen wird. Momentan decken 2G-Antennen von mindestens einem Anbieter rund 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Der Ausbau der modernen 4G- und 5G-Antennen ist bereits weit fortgeschritten, mit Abdeckungen von 97,79 Prozent für 4G und 95,29 Prozent für 5G. Diese Zahlen werden voraussichtlich bis Ende 2028 weiter ansteigen, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass Nutzer in ländlichen Gebieten ohne Empfang sind.
Folgen für Verbraucher und IoT-Anwendungen
Die Auswirkungen der 2G-Abschaltung auf die meisten Verbraucher werden gering sein, da die Technologie bis zur endgültigen Stilllegung weiter genutzt werden kann. Nutzer, die auf sehr alte Handys angewiesen sind, müssen jedoch neue Geräte anschaffen. Laut O2-Manager Rao blicken die meisten Verbraucher dem Ende von 2G gelassen entgegen.
Trotzdem spielt 2G in bestimmten Bereichen wie dem Internet der Dinge (IoT) weiterhin eine Rolle. Einige vernetzte Geräte, wie Sensoren in Logistikhallen oder Alarmsysteme, verwenden 2G für ihre Kommunikation. O2 betrachtet die Abschaltung als Anreiz für Unternehmen, ihre Geräte auf modernere Standards umzustellen, um Ausfälle zu vermeiden und eine zukunftssichere technologische Basis zu schaffen.
Vodafone und die schrittweise Abschaltung
Vodafone verfolgt einen leicht abweichenden Ansatz. Auch Vodafone plant die Abschaltung von 2G bis 2028, wird jedoch einen Teil des 2G-Spektrums bis 2030 erhalten, um bestimmten Industriefirmen die Nutzung von IoT-Anwendungen über diesen veralteten Standard zu ermöglichen. Für allgemeine Handynutzer endet das Angebot jedoch bereits 2028. Vodafone-Technikchef Fabrizio Rocchio erklärte, dass die Abschaltung von 2G die verfügbare Bandbreite für LTE und 5G im Low Band um etwa zehn Prozent erhöhen wird.
Quellen: n-tv, Handelsblatt
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