Der US-Finanzinvestor Castlelake zeigt Interesse an einer Übernahme der britischen Billigfluggesellschaft Easyjet. Diese Meldung hat zu einem signifikanten Anstieg des Aktienkurses geführt. Die Übernahme könnte jedoch durch regulatorische Hürden im europäischen Luftverkehrsmarkt erschwert werden.
Aktienkurs von Easyjet steigt
Am Freitag bestätigte Castlelake, dass man über ein Kaufangebot für Easyjet nachdenke. In Reaktion darauf forderte Easyjet, dass die Bedingungen für die Aktionäre möglichst vorteilhaft gestaltet werden. Der Aktienkurs von Easyjet stieg daraufhin in London zeitweise um elf Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Anfang März.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die Eigentumsregeln für Fluggesellschaften in der EU eine erhebliche Hürde für eine Übernahme darstellen könnten. Castlelake hält derzeit 2,14 Prozent der Anteile an Easyjet.
Regulatorische Herausforderungen
Die britische Webseite „Betaville“ berichtete zuerst über die Übernahmeabsichten von Castlelake. Das Unternehmen betonte, dass es noch keine Gespräche mit dem Verwaltungsrat von Easyjet gegeben habe und die Überlegungen sich in einem frühen Stadium befinden.
Castlelake plant, Easyjet in einem möglichen Übernahmeangebot mit mindestens 3,06 Milliarden Pfund (4,16 Milliarden Euro) zu bewerten. Jeder Vorschlag würde voraussichtlich nicht unter 403,23 Pence (rund 4,66 Euro) pro Aktie liegen, was einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag entspricht.
Vorangegangene Übernahmegerüchte
Dies ist nicht das erste Mal, dass Easyjet im Fokus von Übernahmegerüchten steht. Im Oktober 2025 wurde bereits über ein Angebot der schweizerischen Reederei MSC spekuliert, das jedoch nicht zustande kam.
Herausforderungen im Airline-Sektor
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Übernahmen im Luftverkehr sind komplex. Die Kontrolle über eine Airline muss mehrheitlich in den Händen von EU-Bürgern liegen, um die Betriebslizenz innerhalb der EU zu sichern. Analyst Harry Gowers von JPMorgan erklärt: „Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an Easyjet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten.“
Aktuelle Herausforderungen für Easyjet
Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran und die stark gestiegenen Kerosinpreise belasten derzeit die Fluggesellschaften. Im April gab Easyjet eine Gewinnwarnung heraus, und Unternehmenschef Kenton Jarvis äußerte sich im Mai skeptisch über die Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr. Für das wichtige Sommerquartal von Juli bis September wurden erst 40 Prozent der Tickets verkauft, was drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr entspricht.
Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März konnte Easyjet zwar den Umsatz um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden britische Pfund (rund 4,56 Milliarden Euro) steigern, jedoch stieg der saisonbedingte Verlust vor Steuern um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund. Der Fehlbetrag wuchs von 297 Millionen auf 377 Millionen Pfund. Die Unsicherheiten bezüglich der Spritpreise und die finanziellen Neuregelungen ab Mai 2026 stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Zudem könnte der mögliche Abschuss eines US-Kampfjets durch Iran die Situation weiter komplizieren.
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Quellen: n-tv, Handelsblatt
Bildquelle: ERIC SALARD via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)