Chinas Einfluss auf deutsche Patente: Ein alarmierender Trend
Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass fast jede dritte in Deutschland entwickelte Erfindung inzwischen im Besitz ausländischer Investoren ist. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg der Patente, die China in den letzten zwei Jahrzehnten erworben hat. Laut der Studie, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt wurde, haben sich über 11.300 Patente in chinesischer Hand befunden. Vor der Jahrtausendwende gab es so gut wie keine deutschen Patente, die in China registriert wurden.
Patent-Abwanderung in verschiedenen Sektoren
Die Daten belegen, dass fast ein Drittel der Erfindungen aus Deutschland an ausländische Eigentümer vergeben wurde. Dabei entfallen etwa 30 Prozent auf die USA und rund 11 Prozent auf die Schweiz. Besonders ausgeprägt ist die Abwanderung im Maschinenbau: Die Zahl der Patentanmeldungen stieg von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022. In diesem Bereich hat China besonders stark zugegriffen, wie die Übernahme des Augsburger Unternehmens Kuka durch den Midea-Konzern im Jahr 2016 zeigt.
Ungleichheit im internationalen Wettbewerb
Oliver Koppel, ein Fachmann des Instituts, hebt hervor, dass auch deutsche Firmen Patente im Ausland halten, was Teil eines gesunden Wettbewerbs ist. Dennoch kritisiert er, dass China strategisch Übernahmen im Westen anstrebt, während der eigene Markt durch Maßnahmen wie Negativlisten und umfassende Sicherheitsüberprüfungen für ausländische Investoren kaum zugänglich bleibt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht im internationalen Wettbewerb, das Europa dazu bewegen sollte, die Abwanderung relevanter Technologien genauer zu analysieren.
Abnahme der Innovationskraft in Deutschland
Die Studie verdeutlicht auch, dass die Innovationskraft in Deutschland rückläufig ist. Der Anteil an transnationalen Patentanmeldungen ist von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022 gesunken. Ein entscheidender Faktor für diesen Rückgang ist die unzureichende Investition in Forschung und Entwicklung. Während Deutschland im Jahr 2000 weltweit den dritten Platz bei den Forschungsinvestitionen belegte, fiel es bis 2021 auf den sechsten Platz zurück. Im Gegensatz dazu hat China seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten um das Zwanzigfache erhöht.
Ein Überblick über transnationale Patentanmeldungen
Von 2000 bis 2022 haben deutsche Erfinder mehr als 650.000 transnationale Patente angemeldet, die in mehreren Ländern geschützt sind und als international bedeutende Innovationen gelten. Aktuell gehören 189.000 dieser Patente, was 29 Prozent entspricht, ausländischen Eigentümern. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende internationale Vernetzung und die Herausforderungen, mit denen die deutsche Innovationslandschaft konfrontiert ist.
Quellen: n-tv, Handelsblatt
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