Ab Juli 2026 wird der Kölner Dom, eines der prominentesten Gotteshäuser in Deutschland, eine Eintrittsgebühr von 12 Euro für seine Besucher verlangen. Bisher war der Zutritt für die rund sechs Millionen Gäste pro Jahr kostenfrei. Ausgenommen von dieser Regelung sind allerdings die Teilnehmer an Gottesdiensten.
Finanzierung des Denkmals
Um die gestiegenen Erhaltungskosten für das Wahrzeichen zu decken, hat das Domkapitel die Einführung der Gebühr beschlossen. Gottesdienstbesucher sowie Kinder bis 13 Jahre, Menschen mit schweren Behinderungen und deren Begleitpersonen dürfen weiterhin kostenlos in den Dom eintreten. Für einige Gruppen wie Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende und Studierende gilt eine ermäßigte Gebühr von 6 Euro.
Besondere Besuchszeiten
Kostenfreie Besuchszeiten sind an ausgewählten kirchlichen Feiertagen sowie besonderen Aktionstagen vorgesehen. Diese Regelung soll gewährleisten, dass auch Menschen mit niedrigem Einkommen Zugang zum Dom haben. Zu den Tagen, an denen der Eintritt entfällt, zählen unter anderem der 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige), der 1. Mai (Tag der Arbeit) und der 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit).
Öffentliche Reaktionen auf die Gebühr
Eine Umfrage, die auf der Domplatte durchgeführt wurde, ergab gemischte Reaktionen zur neuen Eintrittsregelung. Während einige Befragte den vorgeschlagenen Preis als angemessen erachten, äußerten andere Bedenken zur Höhe der Gebühr. Eine Besucherin, Helgard Heinrich, wies darauf hin, dass 12 Euro für viele Menschen, insbesondere für Familien, eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen könnten.
Argumente für die Gebühr
Ein Passant aus Köln machte darauf aufmerksam, dass zahlreiche Kirchen weltweit Eintritt verlangen, und verwies auf die hohen Kosten, die mit der Erhaltung des Doms verbunden sind. Er betonte, dass die notwendigen Mittel nicht ausschließlich durch Kirchensteuern und staatliche Unterstützung aufgebracht werden könnten, wünscht sich jedoch eine Sonderregelung für die Kölner Bevölkerung.
Kosten für den Erhalt des Doms
Bereits im März hatten die Verantwortlichen des Doms auf die finanziellen Schwierigkeiten hingewiesen. Die täglichen Kosten für den Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes belaufen sich auf etwa 44.000 Euro. Domrendant Clemens van de Ven machte deutlich, dass die Einnahmen aus dem Eintrittspreis dringend benötigt werden.
Besucherzahlen und Eintrittsorganisation
Die Verantwortlichen des Doms sind optimistisch, dass die neuen Gebühren die Besucherzahlen nur unwesentlich beeinflussen werden. Dompropst Guido Assmann erläuterte, dass die Mehrheit der Touristen den Dom ohnehin besuchen möchte, wenn sie nach Köln reisen. Um den Zugang zu erleichtern, wird ein neues System mit verschiedenen Eingängen installiert. Wer lediglich beten oder eine Kerze anzünden möchte, hat die Möglichkeit, den Nordeingang zu nutzen, um kostenlos in den Dom zu gelangen.
Ticketkauf und Vorverkauf
Touristen wird geraten, ihre Eintrittskarten im Voraus online zu kaufen. Ab dem 15. Juni erfolgt der Ticketverkauf über das Hauptportal im Westen des Doms. Der Erwerb ist bis zu drei Monate im Voraus möglich. Für spontane Besucher oder Personen ohne Internetzugang besteht die Option, die Tickets direkt im Kurienhaus am Roncalliplatz zu erwerben.
Quellen: tagesschau, deutschlandfunk
Bildquelle: Thomas Wolf, www.foto-tw.de via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)