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Rosmarie Betschart-Burri, die erste TV-Ansagerin der Schweiz, ist am 16. April 2026 im Alter von 94 Jahren in Feldbach, in der Gemeinde Hombrechtikon ZH, verstorben. In der Todesanzeige wird betont:
„Ihr Geist blieb bis in die letzten Stunden wach. Kreativität und Abenteuerlust prägten ihr langes und erfülltes Leben.“
Am 20. Juli 1953 schrieb die 1932 geborene Kunststudentin Mediengeschichte, als sie unter ihrem ledigen Namen Burri die erste Sendung des Fernsehsenders Uetliberg ankündigte. Ihre ersten Worte um 20:31 Uhr im Studio Bellerive im Zürcher Seefeld-Quartier lauteten:
„Guten Abend, meine Damen und Herren. Es ist heute das erste Mal, dass wir über den Fernsehsender Uetliberg ein Programm ausstrahlen, ein historischer Moment, sozusagen.“
Ein Pionier der Medienlandschaft
In einem Telefonat im Jahr 2025 erinnerte sich Betschart an diese Pionierzeit und beschrieb sie als
„spannend und lehrreich“
. Sie berichtete, dass die Ansagerinnen alle Texte auswendig lernen mussten.
„Wir durften zwar einen Zettel in der Hand haben, sollten aber ausschließlich in die Kamera schauen. Ich musste stets darauf achten, dass mein Blick nicht zu starr wurde, bekam jedoch schnell Übung.“
Damals waren blonde Frauen wie Betschart und ihre Kollegin Heidi Abel besonders gefragt, da bei dunkelhaarigen Frauen oft viel Licht benötigt wurde, um das Gesicht sichtbar zu machen. Die Ansagerinnen mussten ihre eigene Kleidung mitbringen, wobei Grau- und Beigetöne bevorzugt wurden. Betschart, die Farben liebte, fand dies gewöhnungsbedürftig.
„Kleiderspesen gab es nicht. Ich erhielt pro Abend 20 Franken Lohn, bar ausgezahlt. Am nächsten Morgen ging ich wieder zur Schule.“
Ein unvergessliches Erlebnis
Zu einer Zeit, als nur wenige Menschen einen Fernseher besaßen, erlebte Betschart ihren größten TV-Moment Ende 1953.
„Direktor Edouard Haas fragte mich: ‚Haben Sie Angst zu fliegen?‘ Ich antwortete, dass ich noch nie geflogen sei, aber es vermutlich klappen würde.“
Die europäischen Rundfunkanstalten hatten beschlossen, sich einen filmischen Neujahrsgruß zu senden. Da es im Flachland keinen Schnee gab, reiste Betschart mit einem Kameramann nach Sitten VS und flog mit dem berühmten Gletscherpiloten Hermann Geiger auf den Theodulgletscher.
Vor dem Matterhorn sprach sie mit ihren alten Holzskiern im Arm die Neujahrsgrüße in die Kamera.
„Wir konnten nur das Bild aufnehmen und ich musste den Kurzfilm später im Studio nachvertonen.“
Ein Leben voller Abenteuer
Nach etwa einem Jahr beim Fernsehen entschloss sich die diplomierte Textilentwerferin, die Welt zu erkunden. Ihre Reisen führten sie unter anderem nach Bangkok, wo sie als Kindermädchen für eine Schweizer Familie arbeitete. Später lebte sie mit ihrem Mann Marcel Betschart in Mexiko, wo er als Chemiker tätig war. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. In den 1960er-Jahren kehrte die Familie in die Schweiz zurück und ließ sich in Feldbach nieder, wo Rosmarie Betschart bis zu ihrem Tod aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnahm.
Quellen: blick
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