Der DAX rutscht aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten deutlich unter die 25.000-Punkte-Marke. Die anhaltenden Konflikte in dieser Region treiben die Ölpreise in die Höhe, was die Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung weiter verstärkt. Diese Sorgen werden durch aktuelle Zahlen zu den Industrieaufträgen bestätigt.
Marktentwicklung zu Wochenbeginn
Zu Handelsbeginn musste der DAX einen Rückgang von 1,3 Prozent hinnehmen und fiel auf 24.442 Punkte. Im weiteren Verlauf konnte sich das Minus auf 0,9 Prozent reduzieren. Auslöser für diesen Rückgang war der Raketenbeschuss zwischen Israel und Iran am Sonntagabend, der als erster Angriff dieser Art seit zwei Monaten gilt und als Antwort auf israelische Angriffe im Libanon erfolgt. Trotz der Appelle zur Mäßigung von US-Präsident Donald Trump sind die Anleger besorgt, dass ein mögliches Abkommen zwischen Iran und den USA in der gegenwärtigen Situation unrealistisch erscheint. Diese Situation wird auch durch die hohen Spritpreise verstärkt, die die Sicht der Amerikaner auf den Iran-Konflikt trüben.
Ölpreise und Inflationssorgen
Die Aktienmärkte stehen unter Druck, während die Ölpreise deutlich ansteigen. Sowohl Brent- als auch WTI-Öl haben sich um mehr als vier Prozent verteuert. Diese Preissteigerung bringt alte Sorgen über eine anhaltende Inflation wieder an die Oberfläche, sodass Anleger gezwungen sind, ihre Risikobereitschaft vor der bevorstehenden Sommerpause zu überdenken. Andreas Lipkow, Chefanalyst bei einem Broker, weist darauf hin, dass die Marktteilnehmer nun abwägen müssen, ob sie ihr Risiko reduzieren möchten.
OPEC+ und Förderziele
Inmitten der geopolitischen Spannungen verliert die Entscheidung der OPEC+, die Förderziele erneut zu erhöhen, an Bedeutung. Die sieben Hauptmitglieder haben beschlossen, ab Juli die Quoten um etwa 188.000 Fass pro Tag zu steigern. Diese Entscheidung stellt bereits die vierte Erhöhung innerhalb von vier Monaten dar und lässt die Gesamtförderziele seit April um nahezu 600.000 Barrel pro Tag ansteigen. Allerdings sind einige Mitglieder aufgrund des Konflikts im Iran nicht in der Lage, ihre Fördermengen zu erhöhen, da die Blockade der Straße von Hormus den Öltransport behindert. Die Energiekrise droht, was die Situation weiter kompliziert.
Geldpolitik der EZB im Fokus
Zur gleichen Zeit wird die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verstärkt beobachtet. Am kommenden Donnerstag wird die EZB ihre Entscheidung über die Leitzinsen veröffentlichen. Experten prognostizieren eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, bedingt durch den jüngsten Anstieg der Inflation, der durch die Eskalation des Konflikts im Iran verstärkt wird. Die Teuerungsrate stieg von 1,9 Prozent im Februar auf 3,2 Prozent im Mai. Ulrich Kater, Chefvolkswirt einer Bank, betont, dass die EZB möglicherweise gezwungen sein könnte, eine straffere Geldpolitik zu verfolgen, um den Inflationsdruck zu mindern.
Industrieaufträge und wirtschaftliche Auswirkungen
Eine straffere Geldpolitik könnte jedoch negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben. Aktuelle Daten zeigen einen Rückgang der Industrieaufträge um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dies ist auf eine schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern und aus wichtigen Sektoren wie dem Automobil- und Maschinenbau zurückzuführen. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet. Jörg Krämer, Chefvolkswirt einer Bank, merkt an, dass der Konflikt im Nahen Osten erhebliche wirtschaftliche Folgen hat.
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Quellen: tagesschau, Nahost-Konflikt belastet Börsen: SMI startet mit Verlusten, Anleger sind alarmiert: Ölpreis erreicht Wendepunkt: Warum sich bei Brent-Öl ein Preisbeben ankündigt
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