Ab dem 1. Juli 2023 werden die Renten in Deutschland um über 4,2 Prozent angehoben, was für mehr als 21 Millionen Rentner eine spürbare Verbesserung darstellt. Rainer Dulger, der Präsident der Arbeitgeber, äußert jedoch seine Bedenken. Er sieht die Gefahr eines Ungleichgewichts und fordert eine Verlangsamung des Rentenwachstums, um die finanziellen Belastungen für die Beitragszahler zu entlasten.
Vor den anstehenden Gesprächen mit den Führungspersönlichkeiten der Koalition und den Gewerkschaften setzen die Arbeitgeber auf Maßnahmen zur Kostendämpfung im Rentensystem. Dulger hebt hervor, dass die geplanten Rentenerhöhungen in diesem und im kommenden Jahr über 4 Prozent betragen sollen, was die aktuellen Lohn- und Preissteigerungen übersteigt. Diese Situation wird auch von den Gewerkschaften kritisch betrachtet.
Diese bevorstehende Erhöhung ist das Resultat einer positiven Lohnentwicklung sowie der ersten Rentenreform der aktuellen Koalition. Diese Reform hat eine Haltelinie für das Rentenniveau bis 2031 eingeführt, was zur Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors führte, der normalerweise dämpfend auf die Renten wirkt. Diese Situation tritt ein, während zahlreiche Babyboomer in den Ruhestand eintreten und die Zahl der Rentner schneller wächst als die der Beitragszahler.
Die Koalition hat das Rentenniveau bis 2031 auf 48 Prozent im Verhältnis zu den Einkommen festgelegt. Für das Jahr 2027 wird bereits eine Rentenerhöhung von mehr als 4,7 Prozent erwartet. Doch Dulger fordert, dass die Rentenkommission entschlossene Reformen in Angriff nehmen müsse, um die Kosten zu senken und dadurch Wachstum sowie Beschäftigung zu fördern. In diesem Zusammenhang sind auch die finanziellen Neuregelungen ab Mai 2026 von Bedeutung.
Er warnt, dass ohne geeignete Maßnahmen die Beitragssätze für die Rentenversicherung auf 20 Prozent ansteigen könnten. Der aktuelle Beitragssatz liegt bei 18,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Dulger spricht sich für eine Stabilität dieser Beitragssätze sowohl auf kurzfristige als auch auf langfristige Sicht aus.
Die Rentenkommission wird voraussichtlich am 28. Juni ihre Reformvorschläge vorstellen. Diese Kommission, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde, setzt sich aus Vertretern der Wissenschaft und der Koalition zusammen. Dulger fordert, eine Rückkehr zum Nachhaltigkeitsfaktor zu erwägen, um den Anstieg der Renten zu bremsen. Die Rentenerhöhung in diesem Jahr wird bereits mehr als 18 Milliarden Euro kosten, und zukünftige Erhöhungen könnten noch teurer werden.
Er betont die Notwendigkeit, die Ausgabendynamik in der Sozialversicherung zu stoppen, um die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands nicht weiter zu verschärfen. Außerdem spricht sich Dulger dafür aus, das Rentenalter angesichts der steigenden Lebenserwartung zu erhöhen. Er kritisiert die hohen Ausgaben für die abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte, während gleichzeitig Unternehmen händeringend nach Fachkräften suchen. In diesem Kontext diskutieren Ökonomen die Umwandlung von Ehe-Steuervorteilen in Familienförderung.
Darüber hinaus fordert Dulger eine stärkere kapitalgedeckte Altersvorsorge und eine breitere Verankerung der betrieblichen Altersvorsorge. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich bereits für eine Betriebsrente für alle Arbeitnehmer ausgesprochen. Zudem verlangt Dulger Vorschläge zur Kostensenkung bei der Verwaltung der Rentenversicherung, da hier noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht.
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Quellen: n-tv, Arbeitgeberpräsident warnt SPD und Gewerkschaften vor Reform-Bremsen
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