Die zwölf Berliner Bezirke fordern Unterstützung vom Senat, um der Plage des Eichenprozessionsspinners effektiver begegnen zu können. In einem gemeinsamen Schreiben wird die Einstufung der aktuellen Situation als Gesundheitsproblem gefordert, um den Bezirken erweiterte Handlungsmöglichkeiten zu verschaffen.
Gesundheitsproblem statt Pflanzenschutz
Die Bezirke argumentieren, dass die Problematik des Eichenprozessionsspinners längst nicht mehr auf einzelne Straßen oder Parks beschränkt ist. Laut den Umweltstadträten machen die Falter keine Unterschiede zwischen Bezirks- oder Grundstücksgrenzen. Die Bezirke fühlen sich in ihrer Bekämpfung der giftigen Raupen „alleingelassen“ und stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.
Finanzielle Unterstützung und zentrale Koordination gefordert
Der Brief, der exklusiv vorliegt, hebt hervor, dass die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eine zentrale Koordination erfordert. Aktuell sind die Bezirke mit ihren Grünflächenämtern für die Maßnahmen zuständig, jedoch erreichen viele von ihnen bereits ihre Kapazitätsgrenzen, sowohl in Bezug auf Personal als auch auf finanzielle Mittel. Einige Bezirke rechnen mit Kosten von über einer halben Million Euro.
Einheitliche Vorgehensweise und Aufklärung
Die Umweltstadträte betonen, dass jeder Bezirk eigene Lösungen entwickelt und unterschiedliche Firmen beauftragt, was zu einer ineffizienten Bearbeitung des Problems führt. „Ein berlinweit auftretendes Problem sollte jedoch nicht in zwölf voneinander getrennten Strukturen bearbeitet werden“, heißt es in dem Schreiben. Zudem wird gefordert, dass der Senat gemeinsam mit den Bezirken langfristige Strategien zur Bekämpfung des Raupenbefalls erarbeitet. Dabei sollte der Fokus weiterhin auf besonders sensiblen Bereichen wie Kitas, Schulen, Spielplätzen und Sportanlagen liegen, während auch Aufklärung und ein angemessenes Risikomanagement stärker in den Vordergrund gerückt werden sollten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu beachten, warum Wespen und Bienen für viele Todesfälle in Deutschland verantwortlich sind.
Aktuelle Auswirkungen des Befalls
In mehreren Bezirken mussten bereits Sportanlagen, Schulhöfe und Spielplätze gesperrt werden, da die Bäume stark vom Eichenprozessionsspinner befallen waren. Die Brennhaare der Raupen können bei Menschen zu Hautausschlägen und allergischen Reaktionen führen, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
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Quellen: rbb24, tagesschau
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