Washington/Teheran – US-Präsident Donald Trump teilte mit, dass nach dreieinhalb Monaten intensiver Verhandlungen ein Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran erzielt wurde. In einer Mitteilung am späten Sonntagabend deutscher Zeit erklärte Trump, dass die Einigung nun „vollständig“ sei. Dagegen äußerte der iranische stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi seine Zweifel und sprach lediglich von einer Absichtserklärung. Ein endgültiger Vertrag ist bislang noch nicht unterschrieben.
Um 23:29 Uhr verkündete Trump über seine Plattform Truth Social: „Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist jetzt vollständig. Herzlichen Glückwunsch an alle! Ich genehmige die gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“ Eine Stunde später lobte er seine Rolle als Friedensstifter und betonte, dass viele seiner Vorgänger gescheitert seien, während er nun echten Frieden ermögliche.
Der Iran meldete ebenfalls Fortschritte in den Verhandlungen. Gharibabadi informierte darüber, dass der Text der Absichtserklärung abgeschlossen sei und die offizielle Unterzeichnung des „Islamabad Memorandum of Understanding“ am Freitag, den 19. Juni 2026, in der Schweiz, möglicherweise in Genf, erfolgen werde. Diese Unterzeichnung soll den Startschuss für weitere 60 Tage intensiver Gespräche über die Kriegsbeendigung geben. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim könnte es bis Mitte August dauern, bis ein endgültiger Vertrag vorliegt. Der Iran machte jedoch deutlich, dass er Maßnahmen ergreifen werde, sollte es zu Verstößen der USA gegen die Vereinbarungen kommen. Die strategischen Optionen der USA sind in diesem Kontext besonders wichtig.
Die Mitteilung von Trump hatte direkte Auswirkungen auf die Ölpreise. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel auf 83,51 Dollar pro Barrel, den niedrigsten Stand seit Anfang März, während das US-Leichtöl WTI ein Tagestief von 80,25 Dollar erreichte. Trump kündigte an, dass die Straße von Hormus nach der Vertragsunterzeichnung am Freitag wieder geöffnet werde, um Minen zu räumen, und dass das Öl an beiden Enden erneut fließen könne. Er betonte, dass die Straße von Hormus „dauerhaft gebührenfrei“ bleiben werde, während der Iran gegenwärtig Durchfahrtsgebühren von bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff erhebt. Hohe Spritpreise könnten die Sicht der Amerikaner auf den Iran-Konflikt trüben.
Zudem machte Trump deutlich, dass die USA militärische Angriffe auf Teheran wieder aufnehmen würden, falls kein finales Atomabkommen mit dem Iran zustande komme. Alternativ könnten die USA die Rolle des „Wächters des Nahen Ostens“ übernehmen und 20 Prozent der regionalen Einnahmen einstreichen. Steht Donald Trump vor einer rechtlichen Entscheidung im Iran-Konflikt?
US-Vizepräsident JD Vance äußerte sich ebenfalls zu den Entwicklungen und warnte vor übertriebener Euphorie. Er betonte, dass der Frieden im Nahen Osten Zeit benötigen werde, insbesondere aufgrund der anhaltenden Bedrohung durch die Hisbollah-Terroristen, die vom Iran unterstützt werden, im Libanon.
In der Nacht zu Montag gratulierte auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz Trump sowie der iranischen Seite zu diesem diplomatischen Fortschritt. Merz erklärte, dass das Abkommen den Weg für eine revitalisierte Weltwirtschaft und einen sichereren Nahen Osten ebnen könne und dass es entscheidend sei, dieses mit Entschlossenheit umzusetzen.
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Quellen: Bild, Trump verkündet Einigung auf Abkommen mit Iran, Iran und USA: Iran veröffentlicht Details zu geplantem »Deal«
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