Die strategischen Ölvorräte der Vereinigten Staaten haben mit 340,3 Millionen Barrel im Juni einen kritischen Tiefstand erreicht, der seit mehr als 40 Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Diese Entwicklung ist eng mit den aktuellen Geschehnissen im Iran-Krieg verknüpft.
Berichten zufolge entspricht dieser Wert dem niedrigsten Stand seit Juli 1983. Ein Barrel hat ein Volumen von rund 159 Litern. Die drastische Abnahme der Vorräte tritt in einem Kontext auf, in dem die Ölpreise aufgrund des Iran-Konflikts stark ansteigen.
Im März wurden von den USA, Deutschland und weiteren Mitgliedern der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die weitreichendsten Maßnahmen zur Freigabe von Notfallreserven beschlossen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich jedoch skeptisch bezüglich der Auswirkungen dieser Entscheidung und merkte an, dass die Reduzierung der Vorräte nur einen marginalen Einfluss auf die Preisentwicklung haben würde. Die innenpolitische Situation für Trump ist angespannt, da die Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs signifikant gestiegen sind. Im Hinblick auf die bevorstehenden Kongresswahlen im November sind seine Zustimmungswerte gesunken, was den Druck auf die Regierung erhöht.
Am Sonntag kündigte Trump ein Rahmenabkommen mit dem Iran an, das sowohl den Konflikt als auch die damit verbundenen Probleme im Ölsektor beenden soll. Die Einzelheiten dieses Abkommens sind jedoch noch nicht bekannt gegeben worden. Gleichzeitig warnen die IEA und andere Institutionen vor einem möglichen Treibstoffmangel in naher Zukunft.
Die strategische Ölreserve der USA wurde nach den Ölkrisen der 1970er Jahre eingerichtet und hat eine maximale Kapazität von 714 Millionen Barrel. Zu Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran Ende Februar lag der Vorrat allerdings nur bei rund 415 Millionen Barrel. Trump hat seinem Vorgänger Joe Biden vorgeworfen, die Reserve aus politischen Motiven genutzt zu haben, was die USA im Krisenfall gefährden könne. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hatte Biden etwa 40 Prozent der Reserve aktiviert, um die Spritpreise stabil zu halten. Trump versprach im Wahlkampf, die Reserve „sofort“ wieder aufzufüllen, jedoch wurde dies seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 nur teilweise umgesetzt.
Die kontinuierlich sinkenden Vorräte werfen Fragen zur Belastbarkeit der Krisenpuffer der USA auf, insbesondere in Anbetracht möglicher zukünftiger Preis- und Lieferengpässe. Bereits jetzt hat die internationale Gemeinschaft begonnen, ihre Notfallinstrumente zu aktivieren, um auf die sich verschärfende Lage zu reagieren.
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Quellen: n-tv, US-Strategiereserve auf 40-Jahres-Tief: Iran-Krieg zehrt an Ölreserven