Am Sonntagnachmittag, dem 17. Juni 2026, kam es in der US-amerikanischen Stadt Senatobia zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein einjähriger Junge durch Polizeischüsse ums Leben kam. Die Beamten waren gegen 14 Uhr zu einem Walmart gerufen worden, um einen mutmaßlichen Ladendiebstahl zu untersuchen.
Bei ihrer Ankunft entdeckten die Polizisten ein Fahrzeug, das anscheinend versuchte, den Parkplatz zu verlassen. In dem Auto befanden sich zwei Frauen und das Kleinkind, das auf dem Schoß seiner Mutter saß. Die Frauen hatten ihren Einkauf abgeschlossen und wollten nach Hause fahren.
Die Polizei gab an, dass sie versuchte, das Fahrzeug anzuhalten, jedoch setzten die Frauen ihre Fahrt fort und gefährdeten dabei einen Beamten. Infolge der Beinahe-Kollision eröffneten die Polizisten das Feuer. Ein Einschussloch auf der Beifahrerseite der Windschutzscheibe belegt, dass die Kugel die Mutter traf und das Kind tödlich verletzte. Die Fahrerin, die Tante des Jungen, brachte ihn sofort ins nächstgelegene Krankenhaus, wo nur noch der Tod des Kindes festgestellt werden konnte.
Die Polizei von Senatobia steht nach diesem Vorfall unter erheblichem Druck. Angehörige des Opfers sind fassungslos und fordern Gerechtigkeit.
„Es hätte nicht so weit kommen müssen. Man hätte es anders handhaben können“, äußerte LiCole Wiley, die Mutter des Jungen.
Der Großvater des Kindes, Carlos Haynes, fordert:
„Jemand muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Das ist einfach nicht richtig.“
In der Folge des Vorfalls kam es zu Protesten vor dem Walmart, bei denen die Polizei Tränengas einsetzte, um die Demonstration aufzulösen. Die Ermittlungen wurden mittlerweile an das Mississippi Bureau of Investigation (MBI) übergeben, das die Umstände des Vorfalls untersucht.
Hintergrund und Reaktionen
Die Polizei von Senatobia hat in der Vergangenheit bereits mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt. So wurde im vergangenen Jahr eine Frau mit einem Taser niederstreckt, weil sie fälschlicherweise auf einem Behindertenparkplatz parkte. Auch die Festnahme eines zehnjährigen Jungen, der auf dem Parkplatz einer Anwaltskanzlei urinierte, sorgte für Aufsehen. Im Jahr 2022 ging eine als rüde beschriebene Festnahme eines 31-Jährigen viral.
Die Behörde hat seitdem eine neue Führung und einige Beamte sind nicht mehr im Dienst.
„Wir legen großen Wert auf vollständige Transparenz“, erklärte die Polizei am Sonntag. „Im Laufe der Ermittlungen und sobald die Fakten überprüft sind, werden wir so viele Informationen wie möglich veröffentlichen.“
Der Vorfall hat nicht nur die Familie des Opfers erschüttert, sondern auch die gesamte Gemeinde in Senatobia. Die Forderungen nach einer Überprüfung der Polizeiarbeit und nach mehr Verantwortung für die Beamten werden lauter.
Zusätzlich gibt es Berichte über Gewalt gegen Obdachlose in der Region, die ebenfalls die Diskussion über die Polizeiarbeit anheizen. Auch die Tragödie, bei der ein Autofahrer in Leipzig in eine Menschengruppe raste, zeigt, wie wichtig es ist, die Sicherheit in den Städten zu gewährleisten.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos