Am 7. Juli 2026 wurde bekannt, dass die Bundesregierung plant, die Fördermittel für den Austausch fossiler Heizungen erheblich zu reduzieren. Diese Entscheidung erfolgt im Rahmen eines Sparprogramms, das auch das Bundeswirtschaftsministerium betrifft. Der Entwurf für die neuen Richtlinien sieht Einsparungen von über 2,1 Milliarden Euro vor, was insbesondere Normal- und Gutverdiener stark belasten wird.
Die Koalition hatte ursprünglich beabsichtigt, die Fördersummen für den Wechsel von fossilen Heizungen beizubehalten. Doch der Druck auf den Bundeshaushalt zwingt die CDU-Ministerin Katherina Reiche dazu, Einsparungen vorzunehmen. Die geplanten Änderungen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) sehen vor, dass die Fördersummen schneller abgebaut werden, um zeitnahe Umrüstungen zu fördern. Geringverdiener, insbesondere Haushalte mit mindestens einem Kind, werden bis 2028 jedoch etwas besser gestellt.
Folgen der Kürzungen für Normal- und Gutverdiener
Die neuen Richtlinien beinhalten eine schrittweise Reduzierung der förderfähigen Kosten sowie eine Senkung des sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus. Bisher konnten Eigentümer von Immobilien, die auf eine förderfähige Heizungsanlage umrüsteten, abhängig von ihrem Einkommen bis zu 70 Prozent der Umbaukosten erstattet bekommen. Ab dem zweiten Quartal 2030 wird dieser Satz jedoch auf maximal 30 Prozent sinken. Beispielsweise wird die Fördersumme für Gutverdiener von 16.500 Euro innerhalb von vier Jahren auf lediglich 6.600 Euro reduziert.
Widersprüche zu bestehenden Vereinbarungen
Die geplanten Kürzungen stehen im Widerspruch zu den Vereinbarungen zwischen den Koalitionsfraktionen, die ursprünglich eine Beibehaltung der Förderkulisse vorgesehen hatten. Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen wieder ermöglichen soll, ist weiterhin nicht im Bundestag abgestimmt worden, da Uneinigkeit über wichtige Details besteht.
Kritik von den Grünen
Die Grünen äußern scharfe Kritik an den Plänen von Katherina Reiche. Katrin Uhlig, Mitglied der Grünen im Wirtschafts- und Haushaltsausschuss, erklärte:
„Weniger Mittel bedeuten weniger Förderung, weniger Investitionen und weniger Klimaschutz – mit fatalen Folgen für die Wärmewende.“
Ihr Fraktionskollege Alaa Alhamwi bezeichnete die Kürzungen als
„verantwortungslos“
und betonte, dass die Bundesregierung den Bürgern eine verlässliche Heizungsförderung bis 2029 versprochen habe. Zudem gibt es Bedenken, dass viele Familien durch Pflege ihr Vermögen verlieren.
Begründung des Bundeswirtschaftsministeriums
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) rechtfertigt die Kürzungen mit einem objektiven Sparzwang, da die Nachfrage nach den Fördermitteln die Etatplanung überschreitet. Es fehlen demnach 2,2 Milliarden Euro. Die geplanten Änderungen sollen Einsparungen von insgesamt 4,3 Milliarden Euro bringen. Die Degression der Fördersummen soll zudem einen Anreiz schaffen, die Kosten für Wärmepumpen zu senken.
Auswirkungen auf die Förderstruktur
Die Fördersummen richten sich nicht nach dem Bruttoeinkommen der Immobilieneigentümer, sondern nach dem zu versteuernden Jahreseinkommen. Für Haushalte mit einem minderjährigen Kind gelten höhere Fördersummen. Die Förderung ist mehrteilig angelegt, wobei Eigentümer, die eine alte Öl- oder Gasheizung umrüsten, zusätzlich zur Grundförderung einen Zuschlag erhalten. Dieser Zuschlag soll jedoch schneller sinken, was die Gesamtförderung für viele Haushalte verringert.
Insgesamt wird die Förderung für den Wechsel von Fernwärme auf Wärmepumpen vollständig entfallen, während ineffizient beheizte Gebäude mit zusätzlichen 5 Prozentpunkten gefördert werden sollen. Die Änderungen könnten weitreichende Folgen für die Heizungsmodernisierung in Deutschland haben. Auch die Diskussion um den neuen Asylplan der EU zeigt, wie wichtig es ist, die sozialen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
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Quellen: n-tv