Ausblick: Die Fußball-Bundesliga startet mit vier neuen Trainern, die frischen Wind in ihre Vereine bringen. Martin Demichelis, Carles Martinez, Adi Hütter und Mauro Lustrinelli stehen an der Seitenlinie und sollen ihre Teams zu neuen Erfolgen führen.
Erwartungen an die neuen Trainer
Die Verpflichtung von Martin Demichelis als Trainer von RB Leipzig war eine der größten Überraschungen der Sommerpause. Unter Ole Werner hatte das Team nach einem Jahr ohne internationalen Fußball die Qualifikation für die Champions League erreicht. Platz drei und der beste Punkteschnitt aller RB-Trainer seit dem Aufstieg 2016 reichten jedoch nicht aus, um Werner im Amt zu halten.
Die offizielle Begründung für die Entlassung lautete, dass eine „inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise für die vor uns liegenden Aufgaben erforderlich“ sei. Diese Weiterentwicklung soll nun Martin Demichelis bringen, der in Deutschland als ehemaliger Abwehrspieler von Bayern München bekannt ist. Als Trainer wurde er in Argentinien mit River Plate Buenos Aires 2023 Triple-Sieger und betreute zuletzt RCD Mallorca.
Aktueller Stand der Teams
In der Saisonvorbereitung erfüllten sich die Hoffnungen bei RB Leipzig jedoch nur bedingt. Das Team hatte Schwierigkeiten in den Testspielen, insbesondere der Abgang des schnellen 125-Millionen-Mannes Yan Diomande konnte nicht adäquat kompensiert werden. Die Niederlagen gegen Leeds United (0:2) und Bayern München (1:3) wurden von Demichelis mit Ermüdungserscheinungen aus harten Trainingswochen erklärt.
Ob das 6:0 im DFB-Pokal gegen Regionalligist Trier ein Indikator für die zukünftige Leistung ist, bleibt abzuwarten. Ein entscheidender Punkt im neuen Spielstil könnte die etwas in die Jahre gekommene Abwehr sein, die Schnelligkeitsnachteile aufweist. Große Hoffnungen ruhen auf RBL-Rückkehrer Christopher Nkunku, der erst wenige Tage vor Saisonbeginn zurückgeholt wurde.
Hintergründe zu den Trainerwechseln
Ein Jahr nach dem Abschied von Meister-Trainer Xabi Alonso steht bei Bayer Leverkusen mit Carles Martinez Novell erneut ein Spanier an der Seitenlinie. Der 42-Jährige führte den FC Toulouse in den letzten drei Spielzeiten ins gesicherte Mittelfeld der ersten französischen Liga und war zuvor vor allem im Jugendbereich aktiv, unter anderem in La Masia, der Talentschmiede des FC Barcelona.
Die Entscheidung für Martinez, die laut Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes „am Anfang etwas überraschend“ war, könnte Leverkusen Stabilität bringen. Der neue Trainer soll viele junge Spieler einsetzen und weiterentwickeln, was nach den häufigen Trainerwechseln in den letzten 13 Monaten besonders gefragt ist.
Risiken und Herausforderungen
Die Erwartungen an Martinez sind hoch, da Leverkusen konstant zu den besten vier Mannschaften in Deutschland und zu den besten 16 in Europa gehören möchte, wie der Vorstandsvorsitzende Fernando Carro betonte. Der neue Trainer muss jedoch auch die Saisonziele im Blick behalten.
Eintracht Frankfurt setzt auf Adi Hütter, der als Rückkehrer viel Ruhe ausstrahlt. Er hat die offenen Kaderfragen während der Vorbereitung gekonnt moderiert und intern Klartext über die Schwächen des Teams gesprochen. Hütter soll die Mannschaft defensiv stabiler und offensiv attraktiver machen.
Die Vorbereitungen am Chiemsee zeigen bereits Fortschritte, doch es gibt weiterhin Baustellen. Hütter plant, den Gegner tief in dessen Hälfte zu attackieren, um hohe Ballgewinne zu provozieren. Ein fleißiger Stürmer wie Jonathan Burkardt wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Neuer Ansatz bei Union Berlin
Mauro Lustrinelli ist ein neuer Name in der Bundesliga, der jedoch seine Eignung bereits unter Beweis gestellt hat, indem er mit der gleichen Mannschaft erst aufstieg und dann Schweizer Meister wurde. Sein Engagement beim 1. FC Union Berlin ist jedoch ein großes Experiment, da die Vereinsführung plant, die spielerische Identität des Teams grundlegend zu ändern.
Sportchef Horst Heldt erklärte, dass eine Änderung der Spielweise notwendig sei, um konkurrenzfähig zu bleiben. In der Vorbereitung blieb Union Berlin vier Mal sieglos, doch Lustrinelli zeigt bereits Ansätze eines neuen Spielstils, der Zeit und Geduld erfordert.
Statt einer Fünferkette und Mauertaktik setzt Lustrinelli auf eine Viererkette und tiefes Pressing in der gegnerischen Hälfte. In den Testspielen kassierten die Eisernen einige einfache Gegentore, doch der junge Kader mit Talenten wie Livan Burcu, Aljoscha Kemlein, Leo Querfeld und Zeno van den Bosch gibt Anlass zur Hoffnung.
In einem Testspiel gegen Eintracht Braunschweig setzte Lustrinelli auf die jüngste Union-Elf seit zehn Jahren und konnte mit 4:2 gewinnen.
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Quellen: sportschau
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