Der Eiffelturm in Paris blieb am Montag geschlossen, nachdem die Mitarbeiter in den Streik traten. Auslöser dieses Protests war der Ausschluss weiblicher Angestellter während eines Besuchs einer hinduistischen Delegation.
Am Samstag hatten etwa 100 Mitglieder dieser hinduistischen Gruppe den Eiffelturm besucht. Auf deren Nachfrage hin wurden die weiblichen Mitarbeiter vorübergehend abgezogen, was bei den Angestellten auf großen Unmut stieß. In der Folge legten sie am Montag ihre Arbeit nieder, um gegen diese Entscheidung zu demonstrieren.
Die Betreibergesellschaft Sete gab an, dass die hinduistische Delegation darum gebeten hatte, den Besuch so zu gestalten, dass „Interaktionen mit Frauen“ weitgehend vermieden werden. Dieser Vorfall sorgte in der französischen Hauptstadt für eine Welle der Empörung. Die Mitarbeiter kritisierten die Anweisung scharf, die dazu führte, dass Frauen „aufgrund ihres Geschlechts ausgegrenzt, ersetzt und unsichtbar gemacht wurden“.
Bürgermeister Emmanuel Grégoire von Paris zeigte sich solidarisch mit den Protestierenden und betonte die Notwendigkeit der Gleichstellung der Geschlechter an historischen Stätten sowie überall in der Stadt. Zudem kündigte er eine Untersuchung des Vorfalls an.
Besorgt über die Situation äußerte sich auch Ariel Weil, Bürgermeister des zentralen Pariser Stadtbezirks und Präsident der Betreibergesellschaft des Eiffelturms. Er stellte unmissverständlich klar, dass kein religiöser Grund eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts rechtfertigen könne.
Valérie Pécresse, die konservative Präsidentin der Hauptstadtregion, zeigte sich ebenfalls entsetzt über die Geschehnisse und kritisierte die Entscheidung, weibliche Mitarbeiter von der Besichtigung auszuschließen.
Der frühere Premierminister Michel Barnier forderte eine Erklärung von der Betreibergesellschaft und betonte, dass Frankreich keine ausländischen Gepflogenheiten akzeptieren dürfe, die Frauen vorschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten. Er hob hervor, dass Frauen nicht versteckt oder ausgeblendet werden sollten.
Die Mitarbeitervertretung bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel. In einer Stellungnahme räumte die Betreibergesellschaft ein, dass eine Fehlentscheidung getroffen worden sei. Am Dienstag soll der Eiffelturm voraussichtlich wieder regulär öffnen.
Quellen: t-online, Der Spiegel
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