Ausblick: Der Volkswagen-Konzern beabsichtigt, seine Modellvielfalt signifikant zu verringern. Angesichts steigender Entwicklungskosten und zunehmenden Wettbewerbsdrucks wird die Zahl der Modelle von derzeit rund 150 auf etwa 75 gesenkt. Diese Entscheidung stellt einen grundlegenden Strategiewechsel dar, da die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren tendenziell in die entgegengesetzte Richtung tendierte.
Aktueller Stand: Konzernchef Oliver Blume hat angekündigt, dass die Reduzierung der Modellpalette bis 2035 erfolgen soll. Zudem wird die Anzahl der verfügbaren Ausstattungsvarianten um etwa 75 Prozent reduziert. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Überschneidungen zu minimieren und die Stückzahlen je Modell zu erhöhen.
Hintergrund: In den letzten Jahrzehnten hat die Automobilbranche eine kontinuierliche Zunahme der Modellvielfalt erlebt. Hersteller haben neue Nischen erschlossen, Fahrzeugklassen weiter differenziert und zusätzliche Karosserievarianten entwickelt. Die Elektrifizierung der Fahrzeuge hat zudem zu einem Anstieg der Modellvielfalt geführt, da neben neuen Elektrofahrzeugen auch traditionelle Verbrenner weiterhin angeboten wurden. Die Entwicklung der Modellvielfalt beim Volkswagen-Konzern lässt sich anhand der Zulassungsstatistiken des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nachvollziehen. Im Jahr 2005 wurden für die vier Hauptmarken VW, Audi, Seat und Skoda insgesamt 27 Modellreihen erfasst. Fünf Jahre später waren es bereits 36, und 2015 stieg die Zahl auf 41. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die statistisch erfasste Modellvielfalt somit um mehr als 50 Prozent erhöht.
Risiken: Trotz der geplanten Reduzierung könnte die Auswahl für deutsche Kunden kurzfristig noch wachsen, da chinesische Hersteller mit einer Vielzahl neuer Marken und Modelle auf den Markt drängen. Hohe Entwicklungskosten für die Elektrifizierung und Software, sowie der steigende Wettbewerbsdruck machen eine Vielzahl ähnlicher Modelle weniger attraktiv. Zudem haben nicht alle neuen Modelle langfristig Erfolg gehabt. Modelle wie Eos, Scirocco, die Oberklasselimousine Phaeton und der Retro-Käfer Beetle sind mittlerweile nicht mehr erhältlich. Die Elektrifizierung führte zunächst zu einer weiteren Ausweitung des Angebots, doch der Trend zur Reduzierung der Modellvielfalt scheint nachhaltig zu sein.
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Quellen: n-tv, tz
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