Eine neue Umfrage des Forsa-Instituts lässt kaum Zweifel: In Deutschland spricht sich eine deutliche Mehrheit für den Rücktritt von Friedrich Merz (70, CDU) als Bundeskanzler aus. Laut den im Trendbarometer für RTL und ntv veröffentlichten Ergebnissen befürworten 55 Prozent der Befragten seinen Rückzug aus dem Amt.
Die Ablehnung seiner Kanzlerschaft ist besonders ausgeprägt unter den Anhängern der AfD und der Linken, wo 89 Prozent respektive 65 Prozent einen Rücktritt fordern. Auch aus den Reihen der Grünen und der SPD kommen signifikante Stimmen für diesen Schritt, mit 39 Prozent der Grünen-Anhänger und 43 Prozent der SPD-Wähler, die Merz‘ Rücktritt unterstützen. Besorgniserregend für die CDU ist zudem, dass sogar 21 Prozent der eigenen Wählerschaft einen anderen Kanzler bevorzugen.
Die Unzufriedenheit mit der Union reicht über die Person Merz hinaus. Eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent der Befragten sieht die Wurzeln der schlechten Wahlergebnisse in der unzureichenden Berücksichtigung der alltäglichen Sorgen der Bürger durch die CDU. Diese Wahrnehmung könnte nachhaltige Auswirkungen auf die politische Landschaft Deutschlands haben.
Politikwissenschaftler Prof. Dr. Werner Patzelt (73) zieht Vergleiche zu Gerhard Schröder (82, SPD), der in seiner Amtszeit ebenfalls mit Wahlniederlagen kämpfen musste. Schröder leitete mit der Agenda 2010 eine Wende ein, von der auch seine Nachfolgerin Angela Merkel (72, CDU) profitierte. Allerdings äußert Patzelt Bedenken, ob Merz einen ähnlichen Reformkurs einschlagen kann, da die SPD die geforderten Maßnahmen weiterhin blockieren könnte.
Ein weiterer Politikwissenschaftler, Prof. Dr. Uwe Wagschal (60), hebt hervor, dass es in der Union gegenwärtig an einem tragfähigen Nachfolger für Merz mangelt. Er betont die Notwendigkeit für die Partei, nicht nur passiv auf Niederlagen zu reagieren, sondern aktiv eine klare politische Führung und Kurskorrekturen einzufordern, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.
Die Umfrage fand zwischen dem 17. und 21. September 2026 unter 1.509 Personen statt. Die Ergebnisse verdeutlichen eine besorgniserregende Stimmung, die sowohl die CDU als auch Merz unter Druck setzt, ihre Strategie zu überdenken und sich intensiver mit den Anliegen der Bürger auseinanderzusetzen.
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Quellen: Bild, taz
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