München – Jüngste Dokumente haben die offizielle Narrative über den Tod von Geli Raubal, der Nichte Adolf Hitlers, in Frage gestellt. Bislang nahm man an, dass Raubal am 19. September 1931 in Hitlers Wohnung in München leblos aufgefunden wurde, wobei man von einem Selbstmord ausging. Neuere Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass sie bereits am 18. September verstarb, als Hitler offenbar ebenfalls in der Stadt war.
Die von Geschichtsforscher Harald Sandner im Staatsarchiv sowie im Stadtarchiv München entdeckten Unterlagen belegen, dass die Leiche Geli Raubals am 18. September um 10.15 Uhr in Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz entdeckt wurde. Diese Details sind im Sterberegister des Standesamtes München II dokumentiert. Darüber hinaus wurden zwei Todesanzeigen gefunden, die ebenfalls den 18. September als Sterbedatum angeben.
Am 19. September erhielt Hitlers Diener und Hausverwalter Georg Winter Zugang zu Raubals Zimmer, das von innen verschlossen war. Laut den bisherigen Berichten hatte Hitler jedoch die Stadt am Nachmittag des 18. September verlassen, um nach Nürnberg zu reisen. Die neuen Informationen zeigen, dass Raubal 24 Stunden zuvor bereits tot aufgefunden worden war.
Rekonstruktion der Ereignisse
Sandner stellt fest, dass Hitler am 18. September zwischen 10.30 und 12.30 Uhr an einer Parteiveranstaltung in München teilnahm. Bisher wurde angenommen, dass es an diesem Tag zu einem Streit zwischen Hitler und Raubal kam, nach dem er sie kurz sah, bevor er nach Nürnberg aufbrach. Nach seiner Abreise soll Raubal sich dann in ihrem Zimmer eingeschlossen und mit einer Pistole, die ihrem Onkel gehörte, das Leben genommen haben.
Fragen zur Vertuschung
Die neuen Dokumente werfen auch ernste Fragen zur möglichen Vertuschung von Raubals Tod auf. So wurde ihre Leiche trotz der Schussverletzungen nicht obduziert. Ob der Polizeibericht möglicherweise nachträglich verändert wurde, bleibt unklar – eine Praxis, die nach Hitlers Machtergreifung durchaus vorstellbar gewesen wäre. Dennoch lässt sich eine Manipulation nicht eindeutig nachweisen.
Beziehungen und Spekulationen
Das Verhältnis zwischen Hitler und Geli Raubal war von einer intensiven Bindung geprägt. Bereits zu ihren Lebzeiten gab es Spekulationen über eine mögliche Liebesbeziehung zwischen den beiden. Hitler hatte Raubals Leben stark kontrolliert und finanzierte ihr eine Gesangsausbildung, was in der Folge zu Konflikten führte, da Raubal plante, diese Ausbildung in Wien fortzusetzen, anstatt in Hitlers Nähe in München zu bleiben.
Die neuen Erkenntnisse bezüglich Geli Raubals Tod könnten das historische Verständnis von Hitlers Rolle in diesem Kontext erheblich verändern und werfen ein neues Licht auf die Umstände rund um ihren Tod.
Quellen: Bild, t-online
Bildquelle: Unknown authorUnknown author via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.